DER ALTE

Der Tummelplatz für alle Serienjunkies und Binge-Watcher!
Von DALLAS bis DENVER, vom TATORT in die LINDENSTRASSE über BREAKING BAD bis hin zu GAME OF THRONES.
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Prisma
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DER ALTE

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● DER ALTE (D|1977-)
in den Hauptrollen | Siegfried Lowitz | Rolf Schimpf | Walter Kreye | Jan-Gregor Kremp | Michael Ande | Jan Hendriks | Henning Schlüter | Ulf J. Söhmisch | u.a.
Regie | Helmuth Ashley | Hartmut Griesmayr | Zbyněk Brynych | Günter Gräwert | Theodor Grädler | Gero Erhardt | Dietrich Haugk | Vadim Glowna | u.a.
hergestellt durch die Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag des ZDF



Im Gegensatz zu der früher gestarteten Kriminalserie "Derrick" bekam es das Publikum bei "Der Alte" mit wechselnden Titelfiguren und Ermittlern zu tun, und nicht wenige Fans machen vor allem Siegfried Lowitz als den wahren "Alten" aus. Der beliebte Schauspieler mimte die Figur des Kriminalhauptkommissars Erwin Köster in unverwechselbarer Manier: teils störrisch, unangepasst, dem Empfinden nach oft kaum emphatisch, wenn auch nur scheinbar, da es sich augenscheinlich um einen unverbesserlichen Einzelgänger handelt, der mit seinem Beruf verheiratet ist. Auf der anderen Seite macht sich aber auch ein unfehlbarer Scharfsinn bemerkbar, was vor allem auf mentaler Basis zu einer unheimlichen Agilität führen kann, obwohl es nicht gerade selten zu dem Eindruck kommt, dass man es nur mit einer Art Wadenbeißer zu tun hat, vorausgesetzt man gehört der Fraktion der Kriminellen an. "Der Alte" lief im Jahr 1977 mit der Episode "Die Dienstreise" in Spielfilmlänge an und wird bis heute produziert.

Dementsprechend wurde die Titelfigur schon mehrmals ausgewechselt, und aus persönlicher Sicht bleibt Lowitz die erste Wahl, auch wenn es in späteren Jahren noch eine Vielzahl interessanter Episoden zu entdecken gibt. So verfügt die beliebte Reihe ebenso wie andere Dauerbrenner über eine Reihe von Episoden, die zu kleinen Klassikern avancieren konnten. Einprägsam und unvergessen bleibt auch die Titelmelodie von Peter Thomas, genau wie die vielen spektakulären Gastauftritte bekannter und verdienter deutscher Schauspieler_innen. Wie jede Serie dieses Strickmusters verfügt auch "Der Alte" über ein recht simples Erfolgskonzept, denn die Kriminalfälle glänzen durch Abwechslungsreichtum und transportieren leichten Thrill, Tragik, traumatische Begegnungen oder brutale Zeitgenossen, die sich an Lowitz und seinen Nachfolgern die Zähne ausbeißen dürfen. Neben "Der Kommissar" handelt es sich bei "Der Alte" um eine meiner liebsten deutschen Kriminalserien, was im Besonderen auf die ersten 100 Folgen zutrifft.

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● FOLGE 01 | DIE DIENSTREISE (D|1977)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Henning Schlüter, Xenia Pörtner
Gäste: Hans Brenner, Wolfgang Reichmann, Susanne Uhlen, Iris Berben, Katharina Seyferth, Ralf Wolter, Gert Haucke, Dan van Husen, u.a.
hergestellt durch die Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Johannes Schaaf

»Scheiße, wenn man ne Nutte liebt!«


Kriminalhauptkommissar Erwin Köster stellt sich bei einem Banküberfall mit Geiselnahme zum Austausch zur Verfügung. So kommen die erschöpften und teils hysterischen Geiseln frei und Köster begibt sich in die Gewalt des Verbrechers, den er an jeden beliebigen Ort bringen soll. Zu seinem Auftrag gehört außerdem, mehr über den Geiselnehmer zu erfahren und über ihn an den gefährlichen und lange gesuchten Auftragskiller Teretti heranzukommen. Auf der turbulenten Fahrt durch die Umgebung von München, bei der die beiden von Reportern verfolgt werden, die man zunächst abschütteln und außerdem an einen neuen Wagen kommen muss, lernt Köster den Bankräuber besser kennen, doch sein gefährliches Spiel droht außer Kontrolle zu geraten...

Regisseur Johannes Schaaf legte mit seinem Pilotfilm einen beeindruckenden Grundstein für die erfolgreiche Serie "Der Alte" und genau so großen Wert auf eine nachhaltige Integration der beteiligten Hauptpersonen, beziehungsweise der Titelfigur. Erwin Köster bekommt von Siegfried Lowitz buchstäblich Leben eingehaucht. Darunter zu verstehen ist allerdings nicht unbedingt, dass man es mit einer Art Action-Held zu tun bekommt, sondern Kriminalhauptkommissar Köster ist geradezu ein eigenbrödlerischer Denker, dessen wache Kombinationsgabe erfolgversprechend ist. Bereits bei den ersten Eindrücken wird dem Publikum verdeutlicht, mit wem man es bei Bedarf in 100 Folgen zu tun bekommen wird, und Siegfried Lowitz gewinnt die Zuschauergunst hier spielend. Dabei definiert sich die entstehende Sympathie über sehr menschliche Züge. Für die Serie bietet die Pilotfolge den also den perfekten Einstieg und nicht nur die Charakterzeichnungen sind äußerst gelungen, sondern auch die Zeichnung eines augenscheinlich normalen Kriminalfalls, der mit Bankraub und Geiselnahme zumindest immer an der Tagesordnung sein könnte. Die Konzentration liegt nicht nur auf Verbrechen und Mord, sondern auch die Arbeit und die Tricks der Polizei werden ausgiebig durchleuchtet. Was ist zu tun, wenn Komplikationen auftreten? "Der Alte" wird es schon wissen. Es ist erstaunlich, dass mit diesem Konzept nach kürzester Zeit bereits eine empfundene Verlässlichkeit oder beinahe Routine aufgebaut werden kann. Köster wird den Bankräuber also anstelle der Geiseln begleiten, um die heikle Situation zu entschärfen und natürlich in angespannter Atmosphäre zu ermitteln. Der Zuschauer darf sich schließlich für einen spannenden Trip bereit machen, der mit halsbrecherischen Sequenzen und Verfolgungsjagden angereichert ist.

Die Premieren-Besetzung leistet sowohl in der Haupt-, als auch in der Nebenhandlung hervorragende Schützenhilfe. Als Bankräuber und Geiselnehmer ist Hans Brenner zu sehen, der aufgrund seiner Überzeugungskraft und des markanten Aussehens für derartige Rollen quasi ein Abonnement hatte. Zunächst wirkt er rücksichtslos und aggressiv, doch Köster kann ihn mit seiner authentischen Art indirekt beruhigen. Er begleitet ihn nicht mit erhobenem Zeigefinger, bemüht sich um Ehrlichkeit, und solidarisiert sich in bestimmten Situationen sogar mit seinem Gegenpart. Merkwürdigerweise entstehen trotz aller Brisanz immer wieder subtile Momente, die innerhalb dieses Vakuums beinahe freundschaftlich wirken, allerdings nur bis zum nächsten Knall innerhalb dieses nervenaufreibenden Tauziehens. Haupt- und Nebenhandlung werden zum Ende hin eine intelligente Verknüpfung erfahren, was sehr gut ankommt, da gewisse Zusammenhänge zunächst nicht vollkommen geklärt waren. Insbesondere Wolfgang Reichmann als lange gesuchter Berufskiller, dem man nie etwas nachweisen konnte, überzeugt mit einer eiskalten und zynischen Darbietung, sorgt zusätzlich für das spürbare Vernehmen eines imaginären Sekundenzeigers. In der Erscheinung eines Gentleman wirkt seine Brutalität umso härter, was er insbesondere an den schwächeren Gliedern dieser Kette auszulassen pflegt. Susanne Uhlen und Iris Berben, als offenbar leichte Mädchen für schwere Kundschaft, bereichern das Geschehen wie jeder andere Name in der Darstellerriege ausgezeichnet. Nach dieser außerordentlichen Dienstreise wird man innerhalb dieses Nervenkrieges mit einem fulminanten Showdown belohnt, sodass man anerkennend sagen darf, dass der Einstieg in die Serie absolut gelungen ist. Action und Spannung runden diesen Eindruck ab, viele Ortswechsel sorgen für Variabilität und man darf den weiteren Verlauf der jungen Serie mit Ungeduld und Spannung erwarten.

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● FOLGE 02 | JACK BRAUN (D|1977)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks, Henning Schlüter, Xenia Pörtner
Gäste: Peter Pasetti, Peter Bollag, Karl Renar, Günther Maria Halmer, Hans Beerhenke, Ursula Grabley, u.a.
hergestellt durch die Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Wolfgang Becker

»Worum es sich handelt? Um meine Ermordung...«


Zwei junge Männer verfolgen einen perfiden Plan. Mit einem gestohlenen Wagen überfahren sie einen alten Mann auf offener Straße. Das Auto wurde dabei allerdings nicht wahllos verwendet, sondern man eignete sich gezielt das Fahrzeug des prominenten Arztes Dr. Mangolis an und stellte es nach der Tat wieder zurück an seinen Platz. Ein dritter Mann im Bunde, der den Mann auf die Straße gestoßen hatte, fungiert als Augenzeuge und macht genaue Angaben über den Tathergang und den Wagen bei der Polizei. Bei der Vernehmung des Arztes ist Kriminalhauptkommissar Köster alles andere als überzeugt von der Schuld des Dr. Margolis und hinterfragt den zweifelhaften Tathergang, bis sich eine äußerst seltsame, aber ergiebige Spur offenbart...

Unter der Bearbeitung von Krimi-Spezialist Wolfgang Becker entstand mit "Jack Braun" gleich zu Beginn der Serie eine der besonders starken und völlig unkonventionellen Folgen, die in vielerlei Hinsicht überdurchschnittlich ausgefallen ist. Zunächst ist der vollkommen destruktive Charakter dieser zweiten Episode zu erwähnen, und auch das vollkommene Fehlen eines Sympathieträgers lässt wenig Hoffnung für eine günstige Prognose zum Ende hin aufkommen, da man es nur mit Selbstdarstellern oder Egomanen zu tun hat. In einer sich zuspitzenden Atmosphäre, die durchzogen ist von Zynismus, Hass und Rache, begibt sich Köster in die unberechenbare Manege und wird mit einem Fall konfrontiert, der zumindest zunächst überaus eindeutig aussieht. Ein Mann wurde überfahren und dabei tödlich verletzt, es besteht Fahrerflucht. Dass man den Wagen so schnell und präzise ausmachen konnte, weckt ein natürliches Misstrauen des Polizeimanns und es scheint ohnehin in Kösters Natur zu liegen, immer einmal mehr als die andere Kollegen zu hinterfragen, was sich offenbar immer bewährt hat. Da das Publikum quasi sofort eingeweiht ist und das Mordkomplott in allen Details veranschaulicht bekommt, steht man zunächst auf der Seite des beschuldigten Dr. Margolis, bei dem sich allerdings innerhalb kürzester Zeit herausstellt, dass es sich um einen arroganten und emotionslosen Snob handelt, von dem anzunehmen ist, dass er für den blanken Hass, den er auf sich zieht, bestimmt selbst verantwortlich ist. Doch wo liegt das Motiv? Es liegt jedenfalls nicht so prominent wie der Tote auf der Straße, denn man wird in der frühen Phase der Episode nur mit den nötigsten Informationen versehen, sodass es dank Regisseur Wolfgang Becker nebulös und spannend bleibt.

Die Titelfigur gibt zahlreiche Rätsel auf, die vom Schweizer Interpreten Peter Bollag hoch interessant interpretiert, beinahe deformiert wird. Jack Braun wirkt auf eine schwer zu beschreibende Art und Weise überaus beunruhigend. Man sieht ihm in den Augen an, dass er von Gefühlen der Rache zerfressen und von Hass angetrieben ist. Sein Plan ist alles andere als ein Schnellschuss, sondern er weiß, was er langfristig erreichen will: die Vernichtung einer Reputation und kompletten Existenz. Bollag wirkt bei der Konturierung dieses Charakters vollkommen unbegreiflich und man könnte sogar sagen, dass er eine seltene Art der Verwirrung stiftet. Seine komplette Erscheinung wirkt bizarr. Mit einem stechenden Blick bei unerbittlicher Vorgehensweise delegiert er mit beinahe sanfter Stimme. Ständig in schwarz gekleidet, schleicht Jack Braun zielstrebig umher wie der personifizierte Tod, seine mit Absätzen versehenen Schuhe wirken derartig grotesk, dass dieses Gesamtbild Schlüsse auf mögliche Neurosen und Komplexe zulässt, von denen er über die Maßen gequält ist. Dessen Opfer und Gegenpart spielt der großartige Peter Pasett in der Rolle eines Arztes der besseren Gesellschaft. Als er von der Polizei erfahren muss, dass mit seinem Wagen offensichtlich ein Mord verübt wurde, lässt es ihn nahezu kalt und er fühlt sich durch die unbequeme Befragung allenfalls belästigt. Insgesamt besticht die zweite Folge durch ihren schwindenden Zeitaspekt und viele brenzlige Szenen, die einem Zeitdiktat gleich kommen, zumal es Köster hier tatsächlich jederzeit hätte erwischen können. Bei der Inszenierung gibt es überraschend frische und klassische Kniffe zugleich, wie beispielsweise Blitzmontagen, Überblendungen oder eine insgesamt großartige Bildgestaltung, die diese Folge von Wolfgang Becker zu einer immer wieder überzeugenden Angelegenheit machen.

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● FOLGE 03 | DER ALTE SCHLÄGT ZWEIMAL ZU (D|1977)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks
Gäste: Brigitte Horney, Loumi Iacobesco, Michel Robin, Eleonore Noelle, Harald von Koeppelle, Uli Steigberg, u.a.
eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: José Giovanni

»Und du hast noch die Frechheit von dieser Schlampe zu sprechen!«


Der Spediteur Erich Finberg will sich so schnell wie möglich von seiner Frau scheiden lassen, um seine wesentlich jüngere Geliebte heiraten zu können. Von einer Tour brachte er einst die schöne Vanessa aus Polen mit und hält sie seitdem in einer feudalen Wohnung aus. Frau Finberg wehrt sich jedoch entschieden gegen eine Scheidung und packt nach einem Streit die Koffer. Sie möchte ein paar Tage bei ihrer Mutter verbringen, bei welcher ihr Mann sie mit seinem LKW absetzen soll. Zwei Tage später sucht die besorgte alte Dame Kriminalhauptkommissar Köster auf und erhebt schwere Anschuldigungen gegen ihren Schwiegersohn: Da ihre Tochter spurlos verschwunden ist, beschuldigt sie ihn des Mordes. Für Köster und seine Kollegen beginnen minutiös angelegte Ermittlungen...

Auch nach kürzester Zeit darf innerhalb einer noch jungen Serie keine Eintönigkeit aufkommen. Es scheint, als habe man sich bei den Verantwortlichen genau dieses Prinzip vorgenommen und die dritte Folge in Teilen mit einem Stab ausgestattet, der zumindest über die Grenzen der deutschen TV-Landschaft hinaus ragt. Auch die Besetzung steht für ein beinahe europäisches Flair, was wohl dem schweizerisch-französischen Regisseur José Giovanni zu verdanken ist. Der Kriminalfall wirkt auf den ersten Blick recht herkömmlich. Eine unbequeme Ehefrau verschwindet spurlos, ihr Mann hat eine jüngere Geliebte und ein Familienmitglied bezichtigt ihn des Mordes. Interessant bei dieser Veranstaltung ist die bunt zusammengewürfelte Besetzung, die vor allem funktioniert, weil sie nicht konventionell zusammenpassen möchte. Der Fall wird akribisch aufgerollt und ausgiebig, vor allem aber verständlich für den Zuschauer rekonstruiert, was zu einigen leichteren Längen führen wird, die allerdings durch ein hervorragendes Finale kompensiert werden. Interessant bei dieser dritten Folge sind die Randnotizen: es heißt, dass "Der Alte schlägt zweimal zu" damals einen Skandal ausgelöst haben soll und Polizeigewerkschaften insofern protestierten, da deren Arbeit an sich sehr verzerrt dargestellt und der Täter mit unlauteren Mitteln überführt wurde. Die Folge ist seinerzeit bei einigen Sendern aus dem Programm gestrichen worden und das ZDF musste sich diesbezüglich rechtfertigen. Natürlich sind derartige Aufschreie immer relativ zu betrachten, aber insbesondere die Charakterisierung von Kösters Mitarbeiter Heymann schießt in der Tat ein wenig über das Ziel hinaus, weil er die Grenzen zwischen Beruf und Privatem verschmelzen lässt. Ob er dabei an Informationen kommen wollte oder sich hat einwickeln lassen, bleibt ein Geheimnis der Regie und man darf selbst entscheiden. Dennoch bleibt unterm Strich ein annehmbarer Fall bestehen, der trotz der klassischen Inszenierung hin und wieder richtig exotisch wirkt.

Bei der Besetzung fällt zunächst der Franzose Michel Robin auf. Er, der alles andere als einen Casanova-Typen aus dem Bilderbuch darstellt, hat ein Verhältnis mit der attraktiven Vanessa, die von der Rumänin Luomi Iacobesco mit Feuer versehen wird. Da der Spediteur Finberg offenbar recht wohlhabend ist, entscheidet sie sich für die bequemste Variante: sie lässt sich aushalten, obwohl sie nebenher für Mode-Fotos posiert. Das Wichtigste ist allerdings, dass sie so schnell wie möglich einen Ring am Finger haben muss, da sie sonst ausgewiesen wird. Finbergs Frau findet für diese Dame daher sehr deutliche Vokabeln und hält ihrem Mann vor, dass sie nur auf ein besseres Leben sein Geld aus sei. Unmittelbar darauf fleht der Mann, der in seinem Verhalten eher einem verliebten Jungen gleicht, seine Frau auf Knien um die Scheidung an, doch sie bleibt hart. Bei diesen kurzen Szenen macht Eleonore Noelle eine sehr gute Figur. Nach ihrem ziemlich schnellen Verschwinden hätte man sich mindestens einen weiteren Wutausbruch von ihr gewünscht. Ihre Mutter wird von der großartigen Brigitte Horney gespielt, die das Thema Mord als erste zur Sprache bringt. Wie üblich bestechend in Erscheinung und Aura, freut man sich über ein Wiedersehen mit dieser großen Dame, die trotz ihres bürgerlichen Anstrichs etwas Erhabenes zu transportieren weiß. Als bereits nach relativ kurzer Zeit der eigentliche Fall gelöst zu sein scheint, steht man als Zuschauer für einen kurzen Moment etwas ratlos da, aber gewisse Wendungen und das perfekt geplante Katz-und-Maus-Spiel sorgen nicht nur für Aufmerksamkeit, sondern auch für Zufriedenheit. Stilistisch gesehen hat diese Folge ungewöhnlich viele Außenaufnahmen zu bieten, vermutlich als Ausgleich für die grauen und kalten Büroräume bei der Kripo, in denen man sich noch zwangsläufig aufhalten wird. Letztlich ist unter José Giovannis Regie ein gut durchdachter Fall über die Ziellinie gebracht worden, der möglicherweise vor allem aufgrund seiner kontroversen Inhalte für Nachhaltigkeit sorgt.

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● FOLGE 04 | TOCCATA UND FUGE (D|1977)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks, Xenia Pörtner
Gäste: Harry Meyen, Heidelinde Weis, Peter Fricke, Wolfgang Gasser, Gracia-Maria Kaus, Eva Christian, Hanne Wieder, Michael Maien, u.a.
Eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Wolfgang Becker

»Langsam geht mir die ganze Clique hier auf die Nerven!«


Der Mord an einer jungen Frau im Schnellzug von Triest nach München ist nach wie vor ungeklärt, sodass Kriminalhauptkommissar Köster an die Öffentlichkeit tritt. In einer Fernsehsendung schildert er die wenigen bekannten Umstände und bittet um mögliche Hinweise. Der Mann der Ermordeten hatte seinerzeit ein wasserdichtes Alibi, da man ihn auf einer gut frequentierten Party gesehen hat, was zahlreiche Personen natürlich bezeugen. Kurz nach Kösters Aufruf an die Öffentlichkeit meldet sich eine Dame bei ihm, die ihre Aussage korrigiert. Sie scheint sich auf einmal gar nicht mehr so sicher zu sein, dass der Tatverdächtige die ganze Zeit auf der besagten Party gewesen sei und torpediert damit das Alibi. Doch dieser plötzliche Sinneswandel weckt Kösters Misstrauen. Er durchleuchtet den Freundeskreis des Verdächtigen und stößt in dieser sogenannten besseren Gesellschaft auf hohe Widerstände und diverse Ungereimtheiten...

Wolfgang Beckers "Toccata und Fuge" kann nicht nur in aller Bescheidenheit, sondern auch in aller Deutlichkeit als eine der wohl extravagantesten Köster-Folgen bezeichnet werden und es ist überaus anerkennenswert, dass sich gleich zu Beginn solche Unikate innerhalb der Reihe hervorheben können. Was zeichnet diesen erst vierten Beitrag also insgesamt so aus? Es ist geradezu seltsam, dass betont werden sollte, wie augenscheinlich sekundär der eigentliche Kriminalfall im Gegensatz zu diesem verspielten Treiben und dem beachtlichen Gesamtpaket wirkt. Bereits der anfängliche Mord im Zug vermittelt eine erstaunlich dichte Atmosphäre und unmittelbar im Anschluss sieht man einen vollkommen sachlichen Kriminalhauptkommissar Köster schon in einer Fernsehsendung, um den Zuschauern den überaus prosaischen Charakter des Falles zu schildern. Doch dieser Eindruck wird in Folge vier nur eine Momentaufnahme bleiben, denn das Umfeld der Ermordeten arbeitet mit Hochdruck an irritierenden Kontrasten. Diese Herrschaften fallen in Sequenzen vielleicht hin und wieder ein wenig zu derb ins Klischee, doch es sind definitiv die einzelnen Färbungen der Charaktere, bei denen man leicht ins Staunen kommt. Die versnobte Schickeria ruft bei Köster offensichtliche Ablehnung hervor und er trägt sie dieses Mal mehr, mal weniger zur Schau. Die Spleens und Launen dieser Leute vermitteln eine empfundene Lethargie, vielleicht sogar schon eine Art Destruktivität, denn wenn man bereits alles besitzt oder kennt, gibt es keine Überraschungen mehr. Daher käme ein abwechslungsreicher Mord doch eigentlich wie gerufen, vorausgesetzt es hätte nicht die eigene eingeschworene Gemeinschaft getroffen. Aus Verachtung, Desinteresse und Hass entwickelt sich also zunächst eine Art Solidarität und man ist an Verschleierungstaktiken interessiert, doch auch dieses Vorgehen besitzt nur eine äußerst kurze Halbwertszeit. Die sich durch den Alltag windende Langeweile schlägt daher um, und alles wirkt plötzlich wie ein Spiel, dessen Einsatz ein Bauernopfer sein muss. Genau diesen Eindruck wissen Heidelinde Weis und ihre Gefolgschaft zu vermitteln, weil der Verlauf nach kurzer Zeit einem Roulette ähnelt.

Zeugenaussagen wirk(t)en choreografiert und ebenso einstimmig kommt es zum Widerruf. Das Räuber-und-Gendarm-Spiel für Fortgeschrittene wird von den Beteiligten eindrucksvoll gezeichnet. Heidelinde Weis bietet ein Konglomerat aus Traumtänzerei und weiblicher Berechnung an, das man bereitwillig annimmt. Insbesondere sie wird es bleiben, die der Geschichte ihre versteckten surrealistischen Tendenzen genüsslich herauskitzelt. Dem Empfinden nach haben sich diese Leute gegenseitig verdient und es sieht außerdem so aus, als sei jeder mit jedem schon einmal intim gewesen. Intim genug zumindest, dass man dunkle Geheimnisse haben und sich gegenseitig verachten kann. Ironie und Zynismus durchziehen den Verlauf sehr begrüßenswert und so hört man beispielsweise Harry Meyen in einer Szene scherzhaft verkünden:, dass er Regisseur hätte werden sollen. In gewisser Weise führt der von ihm dargestellte Frank Brack allerdings tatsächlich Regie über die Ereignisse, denn er verfügt über das nötige Kleingeld, auf das andere angewiesen sind, um ihr Leben auf der Überholspur genießen zu können. Harry Meyens teils undurchsichtige und emotionslose Leistung steht der Szenerie ausgesprochen gut und er wird quasi zum Spiegel der Launen seiner Freunde. In diesem Zusammenhang ist Peter Fricke wie immer eine Bereicherung und reiht sich perfekt in die mondäne Clique ein. Wolfgang Gasser, Gracia-Maria Kaus und Michael Maien passen ebenso überzeugend in diese Riege und Hanne Wieder sowie Eva Christian bieten abrundende Interpretationen an. Diese schöne und spektakuläre Schauspieler-Folge bleibt also aus vielerlei Hinsicht in intensiver Erinnerung, weil sie mit der Exaltiertheit und dem wachsenden Realitätsverlust in einer Scheinwelt jongliert. Das alles mutet nahezu exotisch für eine Folge aus einer Kriminalserie an, in der der untergeordnete Fall dennoch, oder gerade deswegen, als Klassiker in Erinnerung bleibt. Unter Wolfgang Beckers Regie ist schließlich ein hochinteressantes und trotz vorhersehbarer Inhalte unberechenbares Katz-und-Maus-Spiel entstanden, in dem sich die Maus im Endeffekt häufiger als nur ein Mal mit der Katze verwechselt hat. "Toccata und Fuge" sollte man wirklich gesehen haben.

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● FOLGE 05 | ZWEI MÖRDER (D|1977)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Henning Schlüter, Xenia Pörtner
Gäste: Judy Winter, Hans Caninenberg, Christine Wodetzky, Vadim Glowna, Christian Reiner, Günther Ungeheuer, Renate Grosser, u.a.
Eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Alfred Vohrer

»Ja. ich weiß. Sie hat Sie scharf gemacht und dann nicht ran gelassen«


Hauptkommissar Köster hat Bereitschaft und es scheint eine ruhige Nacht zu werden, doch plötzlich klingelt das Telefon. Ein Mann berichtet von einem Verbrechen und bietet sich ungewöhnlicherweise gleich auch noch als Mörder an. Am Tatort findet die Polizei einen völlig verzweifelten Mann namens Gustav Peukert und auf dem Bett liegt eine tote junge Frau. Der mutmaßliche Täter legt sofort ein umfangreiches Geständnis ab, der Fall scheint somit auf der Hand zu liegen. Zu Körsters Verwunderung ruft ihn schon wenig später ein weiterer Mann im Büro an, der ebenfalls behauptet, einen Mord begangen zu haben und zwar den gleichen, den Peukert bereits gestanden hatte. Da dem Hauptkommissar in Mordfällen normalerweise überhaupt kein Täter zur Verfügung steht, ist die Verwirrung besonders groß und die Ermittlungen gestalten sich als besonders tückisch...

Folge fünf beginnt wohl mit dem Traum eines jeden Ermittlers, denn ein Verbrecher serviert die Tatumstände und sich selbst auf einem Silbertablett. Dass daraus schon wenig später ein Verwirrspiel par excellence wird, war allerdings vorauszusehen. Was nutzt ein Mörder, wenn plötzlich noch ein weiterer auftaucht und diese beiden sich quasi gegenseitig rehabilitieren. Für Köster beginnen anstrengende Zeiten, da er es beim Durchleuchten der beiden mutmaßlichen Täter gleichzeitig mit zwei verschiedenen Welten zu tun bekommt. Die eine zeigt das bürgerliche Milieu, in dem einfache Leute versuchen durchzukommen. Die andere schildert die vermeintlich behüteten Verhältnisse des zweiten Kandidaten Peter Sartorius, der mit seinem einflussreichen Vater eine regelrechte Lobby hinter sich zu haben scheint. Auf dieser Seite des Überflusses zeigen sich also andere Mittel und Wege, um Kösters Ermittlungen zu unterwandern. Doch beide Gesellschaftskreise offerieren ihre Stolpersteine, sodass man recht gespannt dabei zuschauen darf, wie der richtige Weg eingeschlagen wird. Der junge Sartorius kommt auf schnellstem Weg in das feudale Sanatorium seines Vaters, wo er vor Unannehmlichkeiten abgeschirmt wird und eigentlich so weiter leben kann, wie er es gewöhnt ist, nämlich im Luxus, der ihm in den Schoß fällt. Die Spannungen zwischen ihm und seinem Vater deuten an, dass er möglicherweise einen Mord aus oppositionellem Verhalten begangen haben könnte, was die psychische Labilität dieses jungen Mannes nur unterstreicht. Bei Gustav Peukert sieht der weitere Weg etwas anders aus, denn ihn umgeben nun die Mauern der U-Haft-Zelle und er ist so gut wie alleine auf sich gestellt. Dabei wirkt es so, als sei er aufrichtig, vielleicht auch weil er einem nicht clever genug vorkommt, anstrengende Lügennetze zu stricken, sodass eine Affekthandlung nicht auszuschließen wäre. Diese wenig eindeutigen Voraussetzungen bereiten einem zusehends unruhiger werdenden Kommissar Köster großes Kopfzerbrechen. Hierbei tritt seine sehr kultiviert wirkende und besonnen auftretende Freundin Anna Gautier sehr positiv und entgegenwirkend in Erscheinung, die mitdenkt, Denkanstöße gibt und deren Meinung oder weibliche Intuition ihm sehr wichtig zu sein scheint.

Die zweifelhaften Protagonisten bekommen von Vadim Glowna und Christian Reiner aussagekräftige Gesichter verliehen und schüren die erforderlichen Zweifel, die der Thematik zuträglich sind. Interessant erscheint es bei den teils unbeholfen wirkenden und überfordert aussehenden männlichen Charakteren, dass es die beteiligten Damen sind, die die Fäden im Hintergrund ziehen. Christine Wodetzky ist in jedem Film eine gern gesehene Bereicherung. Als Hanni Peukert zeichnet sie den harten Alltag und unterstützt ebenfalls die kontrastreichen Tenor dieser Geschichte. Sie arbeitet am Fließband in einer Fabrik und nimmt das karge Leben, wie es eben ist. Ihrem Mann scheint sie bereits alles gesagt zu haben, vielleicht sogar einmal zu viel. Obwohl sie ihn so gut wie abgeschrieben hatte, wirkt sie dennoch solidarisch. Rollen, die eine gute Portion Resignation oder Frustration notwendig machten, konnte Wodetzky unnachahmlich formen. Als ihr Pendant sieht man die elegante Judy Winter, die anscheinend nichts anderes mehr zu tun hat, als eine Dame der Gesellschaft zu sein. In ihrem Gesicht spiegelt sich die Langeweile ihrer Situation wider, aber sie zahlt den hohen Preis für Luxus und Reputation. Ihr Mann weiß von gewissen Eigenmächtigkeiten seiner Frau und seines Sohnes offensichtlich nicht das Geringste, läuft somit täglich ins offene Messer, ohne es allerdings zu merken. Eilig bringt er seinen Sprössling im eigenen Sanatorium unter, welches eine Idylle umgibt, die den trügerischen Charakter mit winterlichen Aufnahmen untermalt. Insgesamt bekommt man es in Alfred Vohrers Folge mit einem soliden Kriminalfall zu tun, der vor allem durch seine Ambivalenz überzeugen kann. Man betrachtet Ermittlungen über Stock und Stein, doch dieser unebene Weg wirkt alles andere als konventionell, da der Fall mit einer psychologischen Spannung durchzogen sein wird. Daher wirkt Köster hin und wieder sogar ungehalten, wenn er mit den üblichen Machtdemonstrationen der besseren Gesellschaft konfrontiert wird. Die große Stärke bei "Zwei Mörder" liegt neben Charakterzeichnungen, Ausstattung und Ideen, wie beispielsweise dem Aufgreifen eines kleineren Nitribitt-Effektes mit belastenden Tonbändern, schlussendlich in der Theorie, da eine alternative Auflösung ebenso gut hätte funktionieren können, wie die tatsächliche Präsentation. Vohrers Einstieg in die Serie ist interessant, der himmelschreiende Ruhe und heimliche Destruktivität ausstrahlt, sich dabei allerdings nicht mit dem Skalpell an die inneren Abgründe heranwagt.

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● FOLGE 6: BLÜTENTRÄUME (D|1977)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Henning Schlüter, Xenia Pörtner
Gäste: Luitgard Im, Günther Ungeheuer, Thomas Astan, Helen Vita, Wolfried Lier, Walter Ladengast, u.a.
eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Alfred Vohrer

»Du hast nur einen Fehler: Du trinkst nicht!«


Hasso Sandtner war für einige Monate vollkommen von der Bildfläche verschwunden, bis zu dem Tag, an dem er im Blumenladen seiner Frau auftaucht. Diese merkt allerdings schnell, dass sich an seinem Lebenswandel nicht viel geändert zu haben scheint, denn er ist erneut betrunken. Was allerdings neu ist: er wirft mit größeren Beträgen von Geld um sich. Angewidert schickt Marie Sandtner ihren Mann fort, der zielstrebig seinen Weg zu den Isarauen einschlägt, um dort mit seinen alten Saufkumpanen ordentlich aufzudrehen. Am nächsten Tag findet man Sandtner unter einer Brücke. Er wurde ermordet. Kommissar Köster schließt Raubmord zunächst nicht aus, doch als er erfährt, dass der Tote zuvor großzügig mit dem Geld um sich geworfen hatte, wittert er eine andere Fährte. Schließlich stellt sich heraus, dass die Scheine falsch sind...

Die sechste Folge mit dem doppelbödigen Titel "Blütenträume" kann ebenfalls zu einer der stärkeren Beiträge der Frühphase gezählt werden, zeigt sie doch eine sehr prosaische Seite des Großthemas Verbrechen. Auch hier steht ein gewisses Milieu im Mittelpunkt, jedoch bekommt man dieses Mal nicht die exaltierten Launen und Spleens der besseren Gesellschaft aufgetischt, sondern die greifbareren Probleme von ebenso greifbaren Charakteren. Der Falschmünzer Hasso Sandtner kehrt mit einem prallen Bündel Blüten heim, die er seiner Frau mit jungenhafter Begeisterung präsentiert. Doch im trügerischen Ambiente zwischen Blumen kommt es nicht zum erhofften Effekt, weil diese Situation vollkommen verzerrt von einem Alkoholiker durchdacht wurde. Das Zurückfallen in alte Strukturen, Aufsuchen alter Freunde und Abhalten obligatorischer Saufgelage sind die offenbar logische Konsequenz dieses mit Problemen angereicherten Zusammentreffens. Ihn zieht es also zu einer Gruppe von Obdachlosen, die sich über ein Wiedersehen umso mehr freuen, da Sandtner mit einigen Geldscheinen wedelt, um ein paar ordentliche Runden auszugeben. Die Strategie, sich volllaufen zu lassen wenn Probleme auftreten, wird als fester Bestandteil oder Wesenszug von ihm geschildert, und wie böse Zungen eben behaupten, musste es eines Tages ein schlimmes Ende mit ihm nehmen, wobei dieser Mythos bei vorbelasteten Mordopfern immer gerne bemüht wird. Man findet ihn erschlagen unter der gleichen Brücke, wo der Alkohol zuvor noch in Strömen geflossen ist. Von Zeugen keine Spur, da sich jeder der Beteiligten wohl ausreichend ins Delirium manövriert hatte. Für Kommissar Köster wird die Aufgabe, den Mörder zu finden, dadurch nicht gerade leichter, denn was nützen ihm schon mehrere Zeugen, die als solche nicht zu gebrauchen sind? Der alte Fuchs macht aus dieser Not allerdings eine Tugend und spannt diese abgehalfterte Meute einfach als Komplizen der Polizei ein, die ihn dabei unterstützen soll, an sachdienliche Informationen zu gelangen, auch fernab eines Dienstweges.

Köster inszeniert und delegiert diesen Fall schließlich nach Belieben, doch bei einer Dame scheint er lange Zeit auf Granit zu beißen. Luitgard Im erscheint prädestiniert für derartig angelegte Rollen und sie zeigt sich auch hier von ihrer überzeugendsten Seite. Als Zuschauer ist man recht erstaunt über die Tatsache, dass diese Dame, die permanent von herrlichen Blumen umgeben ist, eine so auffällige Eiseskälte ausstrahlt, außerdem scheint sie ihren Alltag und die offensichtlich immer wiederkehrenden Probleme mit ihrem Mann endgültig satt zu haben. Obwohl sie überaus resigniert wirkt, hat sie sich im Griff und funktioniert schließlich immer weiter, auch insbesondere wenn Köster Ermittlungen in ihrem Umfeld oder im Geschäft durchführt. Sie bietet keine brauchbaren Angriffspunkte bis in ihrer Kasse einige 50-D-Mark-Blüten auftauchen, die sie allerdings von ihrem Mann bekommen hatte. Das Katz-und-Maus-Spiel ist in dieser Episode recht offensiv angelegt, wobei es die bedeutende Frage bleibt, ob sie überhaupt in kriminelle Aktivitäten verwickelt ist. Daher bereitet es dem Kriminalhauptkommissar sichtlich Freude, einige tückische Fallen zu stellen. Die Anzahl der Verdächtigen ist in Folge sechs recht übersichtlich ausgefallen, jedoch werden gewisse Verdachtsmomente innerhalb dieses eher herkömmlichen und wenig spannenden Kriminalfalles ordentlich herausgearbeitet. Alfred Vohrers Hauptaugenmerk bleibt im Endeffekt an bestehenden Widerständen haften und daran, ob oder wie diese gebrochen werden können. Das daraus resultierende Duell fabriziert daher eine subtil angelegte Grundspannung und der Verlauf mündet in ein Finale, dass diese subtilen Momente schlagartig ablegt, um eine insgesamt stimmige und überzeugende Folge zu hinterlassen. In der ganz frühen Phase der Serie reiht sich also auch "Blütenträume" in den bestehenden Gesamteindruck ein, dass Abwechslung und unterschiedliche Ansätze bei der Bearbeitung ganz groß geschrieben werden, um das Publikum bei Laune zu halten. So darf es natürlich gerne weiter gehen.

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Re: DER ALTE

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● Folge 7: KONKURS (D|1977)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks
Gäste: O.E. Hasse, Dirk Galuba, Christiane Krüger, Simone Rethel, Karl-Heinz Thomas, Sky Dumont, u.a.
eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Alfred Weidenmann

»Ich kann mir keine Frau mehr leisten. Jedenfalls keine wie dich!«


Der Textilfabrikant Walter Müller gesteht seiner Frau Eva, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein wird, bis er Konkurs anmelden muss. Eva beteuert, dass sie auch in dieser Situation zu ihm stehen werde, doch noch in der selben Nacht verschwindet sie spurlos. Man findet ihren Wagen an einem abgelegenen Ort, und kurze Zeit später bestätigt sich der Verdacht der Polizei, als ein Erpresser 3 Millionen D-Mark Lösegeld für Eva fordert. Doch wie soll der angeschlagene Geschäftsmann diese Summe aufbringen? Er bittet schließlich seinen reichen Schwiegervater Konsul Karst um Hilfe, der die Summe auch bereitstellt, allerdings nicht, ohne ihn zu demütigen und empfindliche Bedingungen zu stellen. Obwohl die Polizei die Aktion überwacht, kommt es zu einem schrecklichen Zwischenfall...

Die siebte Folge aus der Serie "Der Alte" wurde von Routinier Alfred Weidenmann inszeniert, und es handelt sich hierbei nicht nur um solide Krimikost, sondern um eine sehr greifbare Episode aus dem Dunstkreis von Mord oder Totschlag. "Konkurs" hört sich zunächst unscheinbar an und vorhersehbar. Doch auch dieser Titel offeriert nach bereits kurzer Zeit einen doppelten Boden, sodass man nicht nur anfängt im wirtschaftlichen Sinn zu rechnen, sondern es zeigt sich des Weiteren der emotionale Bankrott eines Mannes, der sich zwischen all den selbstgefälligen Bonzen seines Umfeldes nicht behaupten kann. Zu Beginn ist ein einführendes Gespräch zwischen Dirk Galuba und Christiane Krüger zu sehen, bei der Titel der siebten Episode unmittelbar thematisiert wird, und man spricht über wahrscheinliche Folgen und Konsequenzen. Der Zuschauer nimmt eine eigenartige Sterilität und Kühle in den Untertönen der beiden wahr; man begreift, dass beim Thema Geld die Freundschaft oder sogar die Liebe aufhören könnte. Begleitet wird diese längere Szene übrigens von der schönen Musik Klaus Doldingers, die als Titeltrack in der Simmel-Verfilmung "Bis zur bitteren Neige" zu hören war. Die Beratung der beiden ist schließlich vorbei, und es besteht kein Zweifel daran, was sie ausgeheckt haben werden, allerdings kommt ein perfider Twist zutage, der den Zuschauer verstören wird und der genügend Misstrauen fabrizieren kann. Man sieht sich zunächst mit einem offensichtlichen Komplott konfrontiert, welches weniger auf blankem Kalkül basiert, als vielmehr auf ungesunder Naivität. Die Frau des angeschlagenen Textilfabrikanten wurde entführt, es liegt eine hohe Lösegeldforderung auf dem Tisch und es wird Zeit für den großen Auftritt des Ausnahmeschauspielers O.E. Hasse als Konsul Karst, der sich in eindeutiger Manier selbst vorstellen und schöließlich charakterisieren wird.

»So ein Jammerlappen ist nun der Mann meiner Tochter!«, ist nur eine der vielen Kostproben der Torpedos, die er in Richtung seines unbequemen Schwiegersohns schickt, und man weiß genau, dass es seit Jahren so gehen wird. Mehrmals und in überaus abschätziger Art und Weise hört man lediglich Wendungen wie »Bankrotteur«, und der gesundheitlich angeschlagene Konsul lässt es sich nicht nehmen, das zu tun, was er offensichtlich sein ganzes Leben gewöhnt war: Er delegiert, gibt Befehle - selbst in Richtung der Polizei. Nur wenn es um seine Tochter geht, formuliert er Bitten. Köster sieht sich mit einer schwierigen Situation konfrontiert, denn er muss einen Mittelweg zwischen Respekt und Verachtung finden, lässt es sich aber wie üblich auch nicht nehmen, die Dinge schonungslos beim Namen zu nennen. Folge 7 überzeugt mit einem sehr guten, minutiös angelegten Aufzeigen der polizeilichen Ermittlungen, und was bei Entführungen getan werden muss. Die Arbeit wird transparent geschildert, sodass sie den Titel im Endeffekt sehr sachlich unterstreicht. Immer wieder blitzt Kösters Lust hervor, zu bluffen wo er nur kann, es scheint hier, dass er den Fall von Anfang an durchschaut hat, genau wie es der Zuschauer tut. Weidenmann baut allerdings eine perfide Wendung in den Fall ein. Gute Darsteller polieren das Geschehen zusätzlich auf, Dirk Galuba ist prinzipiell der richtige Mann für zweifelhafte Charaktere, und er kreiert eine Spannung um den sonst sehr ruhigen Kriminalfall, da er hinterhältige Kämpfe ausführt. Christiane Krüger überzeugt erneut als Frau der gehobenen Gesellschaft, ihre Kühle, die manchmal emotionsresistent erscheint, macht ihre Petra Müller trotz der Kürze des Auftritts sehr interessant. O.E. Hasse, hier in seiner bereits vorletzten Rolle, wirkt bei aller Abscheu, die er zu transportieren weiß, brillant. Das Finale lässt schließlich nachdenklich zurück und unterm Strich hat man es bei "Konkurs" durchaus mit einer der stärkeren Episoden der Frühphase zu tun.

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● CHRISTIANE KRÜGER als EVA MÜLLER in
DER ALTE - KONKURS (D|1977)



Handelt es sich um ein vertrauliches Gespräch unter zwei Freunden, ein heimliches Komplott eines sich liebenden Ehepaares, oder lediglich um eine geschäftliche Besprechung? Im Endeffekt befindet sich jede Überlegung im Bereich des Möglichen, wenn man Eva Müller zum ersten Mal im vertrauten Umgang mit ihrem Ehemann sieht. Christiane Krüger war zu diesem Karriere-Zeitpunkt längst als verlässliche Interpretin mit zahlreichen Gesichtern bekannt und etabliert, bietet dementsprechend auch hier eine interessante Variation ihrer wie so oft stichhaltig interpretierten Rolle der Tochter aus reichem Hause an. Bei der schönen Eva Müller handelt es sich ganz offensichtlich um eine gesellschaftliche Größe; ein Status, der ihr als Tochter eines Konsuls bereits mit in die Wiege gelegt wurde. So ist anzunehmen, dass sich für die Frau der guten Gesellschaft alles wie von selbst ordnet und erledigt und sie für das Erreichen ihrer Ziele nicht hart arbeiten muss oder musste. Also ist zu vermuten, dass sich Eva auf Vorschlusslorbeeren und ihrer Reputation ausruhen kann, die ihr sicherlich voraus eilt. Eigenartigerweise geht von dieser anziehend wirkenden Person eine besonders ausgeprägte Naivität aus, die sie für Männer - wie eben ihren eigenen Mann - noch begehrenswerter erscheinen lässt. Natürlich kann diese vermeintliche Naivität auch ein gut kalkuliertes Spiel sein, dessen unscheinbare Offensiven sie zum anvisierten Ziel führen, wann immer sie will. Dennoch irritiert ihr nahezu blindes Vertrauen in einen Mann, der von ihrem eigenen Vater als Versager hingestellt und jederzeit degradiert wird. Auch ihre hinnehmende und beschwichtigende Art gibt eher Rätsel auf, als dass man auf den Gedanken kommen würde, ein offenes Buch vor sich zu haben. In diesem Zusammenhang darf festgestellt werden, dass es für die Verhältnisse von Christiane Krügers üblicherweise dargestellten Charakteren nahezu exotisch wirkt, dass sie durchschaubar und pauschal angreifbar bleibt.

Um keine Annehmlichkeiten entbehren zu müssen, aber gleichzeitig ihren Willen durchsetzen zu können, fährt die Frau im besten Alter offensichtlich zweigleisig, denn sie bleibt einerseits die ewige Prinzessin ihres mächtigen Vaters, der es lediglich duldet, dass sie sich mit ihrem Mann ein für ihn indiskutables Spielzeug genommen hat, andererseits scheint es so, als stehe sie bedingungslos zu ihrem Mann, wofür der Ursprung allerdings auch heimliches Mitleid und Bedauern sein könnte. Allerdings waren für Eva noch keine wirklich schlechten Zeiten und Zerreißproben da, die ihre Loyalität auf die Probe gestellt hätten, egal für welche Seite. Christiane Krüger bewährt sich hier erneut als Allround-Talent, denn sie überlagert ihre üblichen Stärken mit erstaunlichen Schwächen, die eine Voraussetzung für ihre Rolle und das Gelingen dieser Episode darstellen. Beinahe fassungslos sieht man der ewigen Tochter dabei zu, wie sie sich selbst betrügt, sich außerdem selbst in eine nicht nachzuvollziehende Gefahr bringt, sodass sie dem Publikum im Endeffekt fast mitleidige Blicke abverlangt, die man einem derartig erhabenen und stolz wirkenden Wesen normalerweise nicht entgegen bringen würde. Christiane Krüger hat wenige, dafür aber sehr gute und intensive Szenen, die sie mit der üblichen Präzision und Routine ausstattet. Leider kommt man in "Konkurs" nicht in den Genuss, Christiane Krüger in gemeinsamen Szenen mit ihrem Filmvater O.E. Hasse zu sehen, was der Geschichte sicherlich noch einen Schuss mehr an Brisanz und Finesse gegeben hätte, da man sich den Umgang einfach in einer Art und Weise vorstellt, der Aufschluss gegeben hätte, ob Eva sich tatsächlich wegen der Übermacht ihres Vaters einen so vermeintlich schwachen Mann genommen hat, dessen vorprogrammierter Befreiungsschlag wie die Rache kalt am besten schmecken wird. Eva Müller macht in "Der Alte" schließlich einen gelungenen Anfang, und es sollten bis 1988 noch drei weitere Auftritte innerhalb der Reihe folgen.



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Re: DER ALTE

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● FOLGE 8: KONKURS (D|1977)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks, Henning Schlüter, Xenia Pörtner
Gäste: Sigmar Solbach, Karl Lieffen, Brigitta Furgler, Klaus Dierig, Friethjof Vierock, Horst Sachtleben, u.a.
Eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Dietrich Haugk

»In unserem Beruf ist fast nie was klar, ist das klar?«


Helmut Staufen, ein strebsamer junger Mann, arbeitet als Prokurist in der Baufirma Ströbel. Sein Chef hält sehr große Stücke auf ihn, denn er erledigt seine Aufgaben zuverlässig und gewissenhaft. Als eine bessere Stellung zu vergeben ist, hofft Helmut auf einen weiteren Aufstieg. Die Stelle wird allerdings extern vergeben und plötzlich hat er einen Fremden vor sich sitzen, der weisungsbefugt ist. Ab diesem Zeitpunkt wendet sich das Blatt für ihn und alles scheint schief zu laufen. Auch Eva, die Tochter des Chefs, mit der er sich eine engere Beziehung erhofft hat, meidet ihn neuerdings. Als Helmut eines Tages die Lohngelder für den Betrieb abholen soll, kommt ihm eine waghalsige Idee in den Sinn: Er inszeniert einen Überfall, der ihm ab sofort die Rolle eines Helden einbringen wird. Doch diese wird er nicht lange spielen, da die Situation einen Toten fordert...

Eine Folge von Krimi-Spezialist Dietrich Haugk verspricht in der Regel sehr spannend und interessant zu werden. In diesem Zusammenhang stellt sich bereits nach kurzer Zeit heraus, dass es auch in dieser achten Folge der Fall sein wird. Das Publikum bekommt es mit einer absolut greifbaren Episode zu tun, da die Charaktere nicht sehr weit entfernt zu sein scheinen, auch diverse Reaktionen und Emotionen gehören mitunter zum Tagesgeschäft, da der Schauplatz Arbeit einen großen Teil der Woche in Anspruch nimmt. Man befindet sich im Arbeitermilieu, quasi in der bürgerlichen Mitte, und es zeigt sich ein breites Spektrum von unterschiedlichen Verhaltensweisen. Kleinkriege finden statt, Frustration baut sich auf, man sieht falsche Erwartungen, hört deutliche Worte, allerdings nur von denjenigen, die sie sich erlauben können. Solidarität, Hilfe, Vertrauen, aber auch hinterhältige Aktionen, Neid und Hass, sprich: eine Liste, die sich abendfüllend fortführen ließe. Begleitet wird der beinahe stumpfe Charakter dieser Episode durch eine eigenartige Orgelmusik von Hermann Thieme, die verheißungsvoll und seltsam zu gleich wirkt. Begrüßenswert ist zudem das straffe Tempo des Verlaufs, auch der fast exemplarische Aufbau kann durchaus für Aufsehen sorgen. In den frühen Beiträgen von "Der Alte" hatten "Whodunit"-Effekte noch so gut wie keine Relevanz zugedacht bekommen und man kann dem jeweiligen Täter dabei zusehen, wie er vorgeht, wie er strauchelt, wie er von Köster in die Falle gelockt wird. Besonders in "Lohngeld" zeigt der störrische Ermittler seine angriffslustige, sarkastische und gerne auch seine zynische Seite. Dies zeigt sich nicht nur im Umgang mit dem zweifelhaften Protagonisten, den er ganz offenkundig verabscheut oder vielleicht sogar bereits bemitleidet, sondern auch bei Verdächtigen aller Couleur, oder beispielsweise auch bei Millinger, Kösters Chef.

Einfach herrlich ist in diesem Kontext die Szene, in der Millinger nach der kleinen Verletzung fragt, die Köster sich privat zugezogen hatte: »Was haben se denn mit Ihrem Finger gemacht?« Trocken und wie aus der Dienstwaffe geschossen kontert er nur: »Den hab ich durchgescheuert, als ich mein Gehalt gezählt habe!« Die im kriminalistischen Sinn interessante Person ist in Haugks Folge Sigmar Solbach, ein von Ehrgeiz und Geltungsbedürfnis zerfressener junger Mann, der seine Komplexe durch den diffusen Angriff zu kaschieren versucht. Zwar arbeitet er hart, aber neigt auch dazu, nach den kleineren Sternen zu greifen. Solbach formt diesen Emporkömmling präzise und sorgt für dichte Momente. Seine Kreation wirkt nach fortlaufender Zeit widerwärtig und irgendwann einfach nur noch bemitleidenswert. Das spektakuläre Aufzeigen einer unvermeidbaren Kettenreaktion macht Folge 8 zu einem sehr interessanten und nicht minder intensiven Exkurs, in dem die mit allen Wassern gewaschene Titelfigur seinem Gegenüber immer wieder unmissverständlich zu verstehen gibt, was er von ihm hält. Im Verlauf zieht er die imaginäre Schlinge immer weiter zu und wartet auf Fehltritte des jungen Mannes, der in seinem Kaff trotz oder gerade wegen seines Verbrechens gefeiert wird wie ein Held. Plötzlich zeigen sich alle solidarisch, er kommt aus dem Schulterklopfen der anderen nicht mehr heraus, junge Mädchen feiern ihn wie einen Star und wollen Autogramme, und das Leben könnte ab sofort so angenehm für Helmut Staufen sein, wenn Erwin Köster nicht solch penetrante Ermittlungen durchführen und seiner scheinbar unfehlbaren Intuition folgen würde. Der Gerechtigkeit verhilft schließlich das Drehbuch auf recht tragische Art und Weise zum Sieg, und unterm Strich kann man sagen, dass sich diese Episode der noch jungen Reihe immer wieder lohnt, da sie im Endeffekt sehr unkonventionell ausgefallen ist.

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Re: DER ALTE

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● FOLGE 9: VERENA UND ANNABELLE (D|1977)
mit Siegfried Lowitz und Michael Ande
Gäste: Krista Keller-Di Cerami, Paul Hoffmann, Heinz Drache, Werner Pochath, Günther Tabor, Thomas Braut, u.a.
eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Alfred Vohrer

»Eintritt für Lebende verboten!«


Die Literaturkritikerin Verena Moldau lebt in panischer Angst, da bereits drei Mordanschläge auf sie verübt wurden. Zuerst wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert, da sie einen vergifteten Likör getrunken hatte. Wenige Tage später wurde ihre Dusche mit elektrischem Strom präpariert und anschließend auch noch an ihrem Wagen manipuliert, sodass sie einen Unfall verursachte. Kommissar Köster untersucht diesen rätselhaften Fall ohne greifbare Ansatzpunkte und er kann das Vertrauen des potentiellen Mordopfers gewinnen. Sie berichtet ihm schließlich von ihrem schwerwiegenden Verdacht, der ihre Zwillingsschwester Annabelle belastet, doch diese ist bereits seit fast zehn Jahren untergetaucht. Da eine große Erbschaft bevorsteht und ihre Schwester sie angeblich hasst, scheint für Verena kein anderes Motiv in Frage zu kommen...

Gerade die neunte Folge der noch jungen Serie ruft die unterschiedlichsten Reaktionen hervor, was zunächst daran liegen mag, dass Alfred Vohrer den Zuschauer mit einer auffälligen Unruhe und Hysterie zu provozieren versucht. Im weiteren Sinn könnte man diese Episode sogar als Giallo dieser Serie bezeichnen, da sich diesbezüglich ungewöhnlich viele genretypische Parallelen finden lassen. Regisseur Vohrer setzt hier auf Verwirrung und Täuschung, und auch wenn Zufall und Realität hier vielleicht mehr als unwahrscheinlich konstruiert wirken, geht eine ungemeine Faszination von der Geschichte aus, die immer nur zu dem gleichen Punkt führen wird, und zwar zu der nahezu halsbrecherisch agierenden Krista Keller-Di Cerami, eine der zweifellos unbändigsten Damen der deutschen Krimi-Landschaft. Praktischerweise mit einer Doppelrolle betraut, legt sie ihr Können in einem bemerkenswert breiten Spektrum dar, das manche vielleicht ganz simpel nur Overacting nennen würden, aber bei den richtigen Antennen für Furore sorgen wird. Der Einstieg ist durch einen Mordanschlag geebnet, der in seiner Mechanik verstörend wirkt. Ein unbestimmtes Gefühl zwischen Mitleid und Besorgnis, aber gleichzeitig auch Skepsis und gewolltem Sicherheitsabstand kommt beim Betrachten der halben Titelrolle auf, doch man weiß noch nicht genau warum. Direkt kocht eine nervöse Spannung hoch, die Folge 9 genau wie die vermiedene Struktur sehr stark prägen wird. Nichts scheint hier unmöglich zu sein, aber nichts wirkt auch wahrscheinlich. Köster, der letztlich noch jeden Fall bändigen konnte, sieht sich eigentlich nicht mit der Gefahr konfrontiert, es hier nicht auch schaffen zu können. Eher gestaltet sich seine Ermittlungsarbeit als holprig, da er die Frau(en) nicht in den Griff bekommt. Nach zahlreichen unberechenbaren Kapriolen der eigentümlichen Protagonistinnen glaubt man als Zuschauer schließlich irgendwann selbst, sich lediglich in einer massiven Wahnvorstellung der stimmungslabil und äußerst angeschlagen wirkenden Verena zu befinden, bis es schließlich zu einer großen Überraschung kommt.

Die Tatverdächtige taucht tatsächlich auf und steht plötzlich vor der Tür eines abgelegten Liebhabers, der gleichzeitig auch der ehemalige Verlobte ihrer Schwester war, alias Heinz Drache, der den Begriff abgelegt in vielerlei Hinsicht neu definieren wird. Im Gegensatz zu ihrer Schwester ist Annabelle selbstbewusst, frech bis auffordernd und direkt in ihren Kommentaren, außerdem mondän im Auftreten. Geschickt spielt sie mit der uralten Angriffsfläche Eitelkeit, und packt ihr Gegenüber in Windeseile, um postwendend an Informationen zu gelangen. Heinz Drache schimmert auch hier gerne in seinem obligatorischen Stil der Arroganz und Herablassung, der sich zuvor im Gespräch mit Köster auf dem Tenniscourt zeigte. Seine Allüren wirken unsympathisch und auch hier ungebrochen, was es einem zusätzlich nicht gerade leicht macht, ihm den schweren Fauxpas zu verzeihen, den er als Schiedsrichter beim Zählen von »30:30 - Einstand« gemacht hatte. In der Zwischenzeit bekommt man noch den reichen Onkel der Zwillingsschwestern vorgestellt, bei dem Verena weitere Verschwörungstheorien ausbreitet, die Irritation somit komplett macht. Köster versucht zu deuten, zu ordnen, allerdings scheint es so, als jage er lediglich Schimären nach. Dass man es mit keinem normalen Fall zu tun haben kann - oder besser gesagt haben darf - wird bei "Verena & Annabelle" von der ersten Minute an geebnet. Diese erfrischende Strategie birgt selbstverständlich auch die Gefahr, dass die Episode aufgrund ihrer vollkommen konträr angelegten Strategie einfach nicht punkten kann. Alfred Vohrer war es offenbar gleich, und es bleibt ein Unikat der Serie zurück, dass für seine Verhältnisse üblich verspielt, aber gleichzeitig selbstbewusst genug wirkt, um sicher bestehen zu können. Über all dem steht jedoch die atemberaubende Krista Keller-Di Cerami in zweifacher Potenz, die mit einer von Nähe und Distanz geprägten Selbstinszenierung in die Irre leitet, die für "Der Alte" so gut wie beispiellos geblieben ist. Der kleine Giallo oder vielmehr leichte Psycho-Thriller unter den Folgen der Lowitz-Ära wird mit den richtigen Antennen sehr viel Freude bereiten.

Arronax
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Re: DER ALTE

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Tja, es gilt mal wieder: Je oller, je doller.

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Re: DER ALTE

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Arronax hat geschrieben:
Do., 21.04.2022 18:09
Tja, es gilt mal wieder: Je oller, je doller.

Ich gehe mal davon aus, dass es auf Siegfried Lowitz bezogen ist und da kann ich nur zustimmen. Wenn ich "Der Alte" gucke, muss er tatsächlich der Älteste sein, beziehungsweise von Lowitz gestaltet werden. Rolf Schimpf als Nachfolger konnte mich im Vergleich nicht so sehr überzeugen, was übrigens für das ganze ermittelnde Team und für die modifizierte Herangehensweise bei den Kriminalfällen gilt. Lowitz hat die Rolle einfach 100 Folgen lang ganz individuell und oft herrlich oppositionell geprägt, sodass es für mich Am Ende nur einen "Alten" gibt.

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Re: DER ALTE

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● FOLGE 10: ERKÄLTUNG IM SOMMER (D|1978)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks, Henning Schlüter
Gäste: Anaid Iplicjian, Helmuth Lohner, Christian Quadflieg, Charlotte Kerr, Werner Schnitzer, u.a.
Eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Alfred Vohrer

»Also wann bringst du mich um?«


Rolf und Renate Assenau - ein anscheinend über Jahre glücklich verheiratetes Ehepaar und ehemalige Turniertänzer - leiten eine renommierte Tanzschule. Das geregelte Leben der beiden ändert sich jedoch eines Tages, als ein Unbekannter auf das Ehepaar schießt. Doch wem galt der Schuss? Noch während Hauptkommissar Köster sich des rätselhaften Falles annimmt, gehen bei den Assenaus telefonische Morddrohungen ein, doch die Ermittlungen laufen zunächst zu keinem Punkt. Als eines unschönen Tages dann tatsächlich ein Mord geschieht, entsteht große Verwirrung, denn offenbar fiel die falsche Person dem tödlichen Anschlag zum Opfer. Kommissar Köster muss sich zunächst eingestehen, dass er in die falsche Richtung ermittelt hat...

Mit Folge 10 der erfolgreich angelaufenen Serie bekommt man es gleichzeitig mit einem von Alfred Vohrers Klassikern der Frühphase zu tun, der ganz unscheinbar mit der Vorstellung der Hauptpersonen in einer Talkshow beginnt. Die Antworten und das Zusammenspiel von Rolf und Renate Assenau wirken genau wie die Schrittfolgen beim Tanzen genau durchchoreografiert, man sieht ein eingespieltes Team, das sich ganz offensichtlich aufeinander verlassen kann. Wenig später wird dieses nahezu makellose Bild durch einen Mordanschlag getrübt, bis die Marschrichtung auch schon sehr schnell eingeleitet wird. Gerne verwendet, aber mit zahlreichen Gesichtern versehen, wird der Zuschauer mit einem Komplott konfrontiert, das seinen spannenden Reiz dadurch gewinnt, weil es nicht so laufen wird, wie zunächst geplant. Der Titel der Folge bezieht sich auf Hauptkommissar Köster, den man dick eingepackt und erkältet sieht, sodass sich der Eindruck breit macht, er könne ausnahmsweise beim Aufrollen des Falles in irgend einer Form gehandicapt sein. Die Tatsache, dass es ihm momentan vermutlich nicht gerade gut geht, lässt ihn unhöflich und wesentlich ungeduldiger als sonst wirken, ja, man sieht ihn insgesamt misstrauisch wie es noch nicht dagewesen war. Bevor es zum Showdown kommt, werden die Abgründe der Ehe und des menschlichen Zusammenseins aufgezeigt; man nimmt die Kehrseite des Erfolges und die Gier nach mehr wahr, außerdem die Gefahren von unangebrachten Sentimentalitäten. Es bleibt insgesamt im Raum stehen, ob das alte Sprichwort, dass Gelegenheit im übertragenen Sinn tatsächlich Diebe macht, als ernüchternde Faustregel ihren Bestand hat. In diesem Fall offenbar schon und eigentlich auch in vielerlei Hinsicht, denn die verletzte Eitelkeit und das missbrauchte Vertrauen der Frau wird einen äußerst interessanten Schlüssel liefern. Herz, und zugleich schwarze Seele dieser Episode, stellt die wie immer großartig aufspielende Anaid Iplicjian dar, die aus einem langjährigen Traum wachgerüttelt wird, um in einem Alptraum aufzuwachen.

Resignation und Aufgabe liegen allerdings nicht in der Natur dieser Frau, und mit Hilfe ihres potentiellen Mörders kreiert sie eine perfide Umkehrreaktion, die zwar die ganze Folge über auf der Hand liegt, aber durch ihre Finessen für willkommene Überraschungen sorgt. Die kühle Frau verteilt dabei zunächst noch einige Chancen, reagiert dann bei jeder erneuten Abfuhr immer unerbittlicher. Kalkül und Berechnung nehmen deutliche Konturen an und sie wird sich für die naheliegendste Lösung entscheiden, nämlich, sich die Männer um sie herum dienstbar zu machen. Helmuth Lohner - prädestiniert für Rollen Jenseits aller Sympathien - zeigt erneut eine hervorragende Leistung und veranschaulicht ebenso transparent, wie es zugehen kann, wenn man sich verrechnet hat. Das hochinteressante Experiment mit dem Aufzeigen, wie man Täter und Opfer zugleich werden kann, geht in dieser Folge schließlich nicht zuletzt wegen der besonderen Interpretationen ihrer Gastdarsteller auf, und selbst Christian Quadflieg legt dem Empfinden nach eine bedeutende Schippe an Überzeugungskraft drauf. Diese zehnte Episode spielt empfindlich mit Emotionen, und zwar von allen Beteiligten. Die erwähnten Herrschaften sind in diesem Kontext als Musterbeispiele zu erwähnen, aber auch Köster, der seine Abneigung gegen Frau Assenau in kaum einer Situation verbergen kann. Dabei handelt es sich noch nicht einmal um Vorbehalte, die von Natur aus entstehen, sondern es ist der kalte Widerstand und die hochmütige Überlegenheit dieser Frau, die ihn an seine Grenzen bringt. In den Gesprächen der beiden kommt es also neben den üblichen vehementen Fragen zu nichts anderem, als lapidar abgespulten Höflichkeiten und im Zweifelsfall hört man nicht einmal mehr das. Alfred Vohrer liefert mit "Erkältung im Sommer" eine hervorragende Unterhaltungsfolge, die Spannung, Dramatik und Charakter miteinander vereint und außerdem keine konventionelle Auflösung verdient hatte. Das offene Ende steht diesem Verlauf daher besonders gut und hätte dutzende Folgen später eine fulminante Fortsetzung liefern können.

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Re: DER ALTE

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● FOLGE 11: NACHTMUSIK (D|1978)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks, Henning Schlüter
Gäste: Hellmut Lange, Maria Sebaldt, Alexander Kerst, Kornelia Boje, Horst Naumann, Emely Reuer, Andreas Seyferth, Katerina Jacob, u.a.
Eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Helmuth Ashley

»Wir verdächtigten schon die Putzfrau!«


Bankier Kerner hat das Haus voller Gäste, denn er gibt einen seiner legendären Kammermusikabende, die in der besseren Gesellschaft sehr beliebt sind. Während die Kunstfreunde der klassischen Musik frönen, schleicht sich Arno, der Sohn des Hauses, davon, um sich mit seiner Freundin Bea zu treffen. Wie üblich wollen sie die günstige Gelegenheit nutzen, in irgend eine der Villen von Kerners Gästen einzusteigen. Bei diesen Einbrüchen werden in der Regel Wertgegenstände und Bargeld erbeutet. Doch an diesem Abend kommt es zu Komplikationen, da das junge Gaunerpaar auf einen anderen Mann trifft, der in das gleiche Haus eingestiegen ist und nach Beute sucht. Es kommt zum Kampf, der Konkurrent wird niedergeschlagen und verletzt zurückgelassen...

In der elften Folge beschäftigt sich Neuankömmling Helmuth Ashley mit einer immer wieder gerne genommenen Geschichte im Kriminalfach, denn es geht um die bessere Gesellschaft, um deren Launen, Spleens und vor allem um die schwarzen Schafe, die unter ihnen weilen. Bei derartigen Bearbeitungen liegt meistens ein identisches Schema zugrunde, sodass es auf neue Variationen ankommt. Ob der österreichische Regisseur dabei das Rad neu erfinden kann, wird sich noch herausstellen, aber zunächst klingt die Story schon einmal ziemlich interessant und verspricht Turbulenzen und Überraschungen. Die Zugabe von bewährten Zutaten steigert den Wiedererkennungswert gleich zu Beginn, außerdem sieht man einige Interpreten, deren darstellerische Fähigkeiten es durchaus zugelassen haben, auch die unverbesserlichsten Snobs glaubhaft zum Besten zu geben. Gesellschaftlicher Status und Reputation sind im Zweifelsfall ein Kartenhaus, insbesondere wenn die nachkommende Generation, die gerne in Zuständen der Lethargie und Desorientierung dargestellt wird, im Hintergrund zu rebellieren oder zu konspirieren beginnt. Wie es die Gesetzmäßigkeit erfordert, kommen die nächtlichen Aktivitäten des Bankierssohnes irgendwann ans Tageslicht, da es dem wohlbehüteten jungen Mann offensichtlich an Nerven fehlt und der alte Kerner die Karre selbst aus dem Dreck ziehen muss. Da es sich um einen Einstieg in die Villa eines Freundes handelte, kommt es kurzerhand auch zu einer kleinen Erpressung in aller Freundschaft, denn der Bankier soll seinen Kreditausschuss für einen Geschäftspartner, der die Machenschaften des Sohnes durchschaut hat, zu seinen Gunsten beeinflussen. Verachtung und Enttäuschung liegen in der Luft, aber die Maske darf um keinen Preis fallen. Da es lästigerweise einen Toten zu beklagen gibt, kommt Kommissar Köster aufs Tableau und der erfahrene Zuschauer ahnt bereits, dass ihn Fälle aus diesem Milieu eher strapazieren, weil er die Mechanismen aller Couleur in ausreichendem Maß kennt.

Warum wirkt Köster eigentlich stets so bissig, wenn er sich in diesen Kreisen bewegt? Vermutlich ist es seiner langjährigen Erfahrung zuzuschreiben, denn im Zweifelsfall hält man nicht nur zusammen wie Pech und Schwefel, sondern versucht, gleich Vertuschungen im großen Stil zu betreiben. Auch weil er um die ungleichen Möglichkeiten gewisser Herrschaften weiß, die ihm große Schwierigkeiten machen, und Ermittlungen blockieren könnten, sieht man ihn wenig erfreut. Daher sind Geduld, Taktgefühl und zu erwartende Höflichkeiten eher Mangelware, aber dem geneigten Zuschauer wird die oftmals gereizte, und leicht zynische Art und Weise des "Alten" mittlerweile vertraut sein, wenn nicht sogar Spaß machen. Der Fall verliert nach seinem recht schnellen und gut aufgebauten Einstieg leider an Tempo und Intensität, sodass man von einer eher ausgebremsten Folge der Serie sprechen muss, zumal eine aufbereitete Abhängigkeitsgeschichte hinzukommt, die nicht besonders gut ankommen will. Geld für Drogen, Drogen für Zuwendung, Zuwendung für nichts und wieder nichts. Eines der ältesten Chansons aus der Krimi-Hitparade. Folge 11 wartet mit einer Reihe bekannter Stars auf, die markante Eindrücke hinterlassen. Männer von Welt und erfolgreiche Geschäftsleute waren mitunter die Domänen von Hellmut Lange, Horst Naumann und Alexander Kerst, genau wie die kultivierten Damen gerne von Maria Sebaldt oder Kornelia Boje dargestellt wurden. So groß die Wiedersehensfreude bei den Schauspielern auch sein mag, die meisten kommen über Schablonen und Skizzierungen nicht hinaus, was für Andreas Seyferth und insbesondere Ellen Schwiers' Tochter Katerina Jacob gilt. Der Kriminalfall wird durch eine rivalisierende Einbrecher-Bande etwas angeheizt, jedoch wird es leider die zementierte Vorhersehbarkeit sein, die diesen Fall nur als durchschnittlich in Erinnerung bleiben lässt. Die größte Überraschung stellt schließlich nur eine noble Geste am Ende dar, was insgesamt etwas zu wenig ist. Durchschnitt.

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Re: DER ALTE

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A12.1.jpg (80.39 KiB) 573 mal betrachtet


● FOLGE 12: EIN KOFFER (D|1978)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande
Gäste: Liselotte Pulver, Harald Leipnitz, Uschi Glas, Werner Pochath, Hans Söhnker, u.a.
Eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Michael Braun

»Den kannste kreuz und quer verhören, da kommt nicht viel bei raus!«


In einem Zugabteil kommt es zu einem ungewöhnlichen Geschäft. Rolf Bär wird von dem Mitreisenden Hasso Pohlmann gebeten, mit ihm die Koffer zu tauschen, da Zollbeamte das Gepäck überprüfen. Bär lehnt zunächst ab, bekommt aber eine hohe Summe zugesteckt, mit dem Versprechen auf mehr. In München sollen die Koffer wieder getauscht werden. Bär überprüft das fremde Gepäckstück und findet Unmengen an Heroin, was ihn auf die Idee bringt, die heiße Ware selbst zu Geld zu machen. Karin Runge, seine junge Geliebte, beteuert ihre Angst, doch Rolf ist nicht von seinem Plan abzubringen. Wenig später kommt es zu einem Mord, dessen mysteriöse Tatumstände Kommissar Köster Kopfzerbrechen bereiten...

Michael Brauns unscheinbar klingende Folge beginnt ganz in der Stimmung abklingender Urlaubslaune, die plötzlich mit der rücksichtslosen Mechanik von Drogengeschäften konfrontiert wird. Da Gelegenheit ja bekanntlich Diebe macht, lässt sich ein bis dahin weitgehend unbescholtener Mann auf den dreckigen Deal ein, obwohl permanente Zweifel von seiner Freundin geschürt werden. Der Zuschauer ahnt beim Anblick des Drogenkuriers Werner Pochath bereits, dass diese Geschichte kein gutes Ende nehmen kann, und obwohl er umgehend von den Zollbeamten abgeführt wird, da er offensichtlich kein unbeschriebenes Blatt ist, bekommt man nur eine kleine Atempause zugestanden. Am Bahnhof wird Bär von seiner Frau empfangen und man ahnt gleich, dass sie dem Vorhaben indirekt zuarbeitet, da ein mögliches neues Leben im Raum steht, das allerdings ohne sie stattfinden soll. Die Aufmerksamkeit der Ehefrau lenkt die Diskussion auf der Heimfahrt sofort auf den fremden Koffer, auch die Ausreden ihres Mannes überzeugen sie nur schwerlich, bis sie die Katze aus dem Sack lässt, und ihn direkt auf sein Verhältnis anspricht. Kleinere Sequenzen aus den Szenen einer Ehe werden wichtige Bausteine dafür, um zu verstehen, wie der weitere Verlauf zu rechtfertigen ist, der von Michael Braun mit einer empfindlichen Twist- und Schock-Taktik angereichert wird, da der Eindruck umher geistert, dass der Tod eben manchmal wie gerufen zu kommen scheint. Folge 12 bedient sich einer klassischen Erzählstruktur und einer für Serienverhältnisse konventionellen Geschichte, die sich im Endeffekt aber deutlich wegen der Tatsache abheben kann, dass sie vollkommen anti-emotional vonstatten geht. Das Elixier für diese Marschroute stellt eine Vierer-Konstellation von Interpreten dar, die einerseits verhältnismäßig übliche, andererseits aber auch überaus konträre Skizzierungen anbieten, wobei vor allem eine Dame zu nennen ist.

Die Schweizerin Liselotte Pulver erlebt man somit vollkommen losgelöst von ihrem beinahe zementierten Image und unterm Strich lässt sich sagen, dass ihr diese Folge gehört, die sie sogar in aller Diskretion dominiert. Ungewöhnlich ernst und verschlagen, erlebt man eine Performance die restlos überzeugend ist. Ihr handeln erklärt sich aus tiefster Kränkung, ihre Reaktionen aus hochgradiger Verachtung, doch obwohl in diesem Fall alles von Anfang an klar ist, beziehungsweise gezeigt wird, wird es ihre Ursula Bär sein, mit der man ungemütliche Überraschungen erlebt. Ihr Mann wird von Harald Leipnitz mit den notwendigen Facetten ausgestattet, die den Playboy im Spätherbst glaubhaft erscheinen lassen. Eine unerwartete Chance könnte bei dem Mann in den besten Jahren alles verändern, außerdem wäre es möglich, seinen Alltag samt Ehefrau hinter sich lassen. Obwohl die Bärs offensichtlich gut situiert sind, ist das Verlangen nach wesentlich mehr stärker als die Vorsicht, was eine verhängnisvolle Kettenreaktion auslösen wird. Zusätzlich sieht man sehr gute Leistungen von Werner Pochath, der dem Empfinden nach jedem Verbrecher wie aus dem Gesicht geschnitten ist, und von Uschi Glas mit bayrischem Dialekt, die eine der Schlüsselfiguren Für Köster darstellt. Um direkt beim Hauptkommissar zu bleiben, sieht man eine der üblich grimmigen Performances von Siegfried Lowitz, dem deutlich anzusehen ist, dass es ihn frustriert, den Lauf der Dinge vorauszusehen. Zunächst sind wenige Anhaltspunkte zu finden, doch wenn er einmal die Fährte aufgenommen hat, nimmt er seine Zielscheiben in einem Würgegriff, dem selbst die gewissenlosesten Verbrecher kaum standhalten. "Ein Koffer" bleibt im Serien-Kontext eine der ganz starken Episoden, deren Verlauf zwischen Berechenbarkeit und Unberechenbarkeit, sowie Zielstrebigkeit und Schock hin und her pendelt, außerdem eines der packendsten Finals bereithält, die man bislang bei "Der Alte" erleben konnte. Sehenswert.

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Prisma
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Re: DER ALTE

Beitrag von Prisma »



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● KRISTA KELLER-DI CERAMI als VERENA MOLDAU in
DER ALTE - VERENA UND ANNABELLE (D|1977)



Eine Doppel- oder Zwillingsrolle als Epizentrum der Verwirrung hat schon so manche Geschichte vorhersehbar, überladen und unglaubwürdig aussehen lassen, konnte bei origineller Bearbeitung und guter narrativer Voraussetzungen aber auch zum Volltreffer werden. In dieser neunten Folge aus der Serie "Der Alte" kommt es vielleicht zunächst einmal sehr stark darauf an, wie man zu Krista Keller-Di Cerami in dieser doppelten Potenz steht, da sie wie kaum eine andere Serien-Darstellerin zu polarisieren pflegt. Überprüft man diesen nebulösen Fall, der von hysterischer Anspannung befallen ist, kann man dessen Strategie ein gutes Gelingen bescheinigen, da Regisseur Alfred Vohrer die Kätzchen nicht zu schnell aus dem Sack lässt und aktiv auf Täuschung und Verwirrung setzt. Dies geschieht praktischerweise im Auge derjenigen, die mit Verena Moldau und ihrer Schwester konfrontiert werden, die beide durch unüberbrückbare Unterschiede auffallen. Die ersten Szenen gehören Verena Moldau, einer offensichtlich gut situierten, alleinstehenden Literaturkritikerin, die - ohne sie überhaupt kennengelernt zu haben - durch ihre auffällige Nervosität auffällt. Die Zusammenhänge ergeben sich wenig später, doch zunächst erlebt man Schreckensmomente, da sie einem Giftanschlag zum Opfer fällt. Krista Keller-Di Cerami verausgabt sich in einer beinahe erschreckenden Art und Weise in diesen völlig bizarr wirkenden Einstellungen und beweist Mut zum restlosen Derangement, da ihr beispielsweise Erbrochenes aus dem Mund rinnt, sie sich vor Schmerz krümmt, aber noch genügend Zeit für eine sagenhafte Selbstinszenierung findet. Im Rahmen der zu diesem Zeitpunkt noch jungen Serie hat man bis dato bestimmt noch nichts Vergleichbares gesehen und danach sicherlich auch nicht alle Tage. Es stellt keine Indiskretion dar, zu verraten, dass Verena Moldau diesen ersten Mordanschlag überlebt und anschließend direkt von einem immer wieder ratlosen Kommissar Köster befragt wird.

Dann äußert sie einen ungeheuerlichen Verdacht, denn sie beschuldigt ihre zuletzt untergetauchte Zwillingsschwester Annabelle, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Man will kaum glauben, was man von dem sichtlich gezeichneten und apathisch aussehenden Opfer zu hören bekommt, doch sie wirkt glaubwürdig, zumal ihre Anschuldigung wie aus der Pistole geschossen kommt und Zweifel im Keim erstickt. Der Zuschauer und die Polizei müssen dabei zunächst Vorlieb mit Verenas Version und deren Täterbeschreibung nehmen, sodass sich eine angeheizte Spannung aufbauen kann, die in einem zweiten Anschlag gipfelt. Dabei ist es eigenartig, dass man als Zuschauer überhaupt nicht davon ausgeht, die ominöse Schwester jemals kennenzulernen, da auch Befragungen von Zeugen ergeben, dass man es eher mit einem Phantom zu tun hat, bis ein simpler Mechanismus in Gang gesetzt wird, und man die nächste unsicher wirkende Instanz verdächtigt, beziehungsweise deren Aussagen bezweifelt: Verena Moldau. Es kristallisiert sich heraus, dass es um Rache gehen könnte, die den positiven Nebeneffekt einer üppigen Erbschaft des in die Jahre gekommenen Onkels mit sich bringen soll, doch die zahllosen Kehrtwendungen der Geschichte lassen keine eindeutigen Gewissheiten zu. Angst und Sorge machen sich breit in Alfred Vohrers unter psychologischer Hochspannung stehender Folge, die quasi in jeder Einstellung von den Titelrollen dominiert wird, und dies in absolut rücksichtsloser Art und Weise. Krista Keller-Di Cerami darf sich dem seltenen Luxus hingeben, sich innerhalb der bestehenden Vorgaben vollkommen zu verausgaben und sich nach ihrem Willen entfalten zu dürfen. So entsteht ein sicherlich nicht ungeplantes Vakuum, das diese Geschichte prägt, allerdings wirkt das Schauspiel der Serien-Hauptrolle derartig unberechenbar, dass man sich auf alles oder vielleicht nichts gefasst machen sollte, was auf Dauer spannend-strapaziös wirkt.

"Verena und Annabelle" gilt als umstrittener Drahtseilakt, den man mögen muss, um sich restlos überzeugend unterhalten zu fühlen. Krista Keller-Di Ceramis Ausdauer und Selbstbestimmung entwickeln sich hier zu den nicht gerade unumstrittenen Themen, mit denen die Episode steht oder fällt. Selbst der Kriminalfall rückt spürbar ins Hintertreffen und ist nicht die prominente Instanz, der er naturgemäß sein sollte, da die Exaltiertheit und Eruptionen einer Schauspielerin alles beherrschen werden, auch den oftmals sichtlich genervten und ratlosen Kommissar Köster, der ja immerhin noch einen potenziellen Mordfall zu klären oder zu vereiteln hat. Die Principessa setzt alle möglichen Hebel in Bewegung, um in die Serien-Geschichte einzugehen, und dabei erscheint es ihr völlig gleich zu sein, ob das Publikum einen positiven oder negativen Eindruck zurück behält. Es ist als großes Glück zu bezeichnen, dass deutsche Krimiserien der Interpretin immer wieder die große bis merkliche Bühne überließen, vorzugsweise um verschlüsselte Personen auszubuchstabieren. Das Handwerk der Krista Keller-Di Cerami greift dabei auf ein meistens ähnliches Repertoire zurück, denn ihre Personen legen es darauf an, andere abzuschrecken, zu schockieren, aber nie zu langweilen. Verena Moldau gerät über die Spielzeit der Episode verteilt nicht nur einmal in die Verlegenheit, dass man ihrer Version der Geschichte nicht Glauben schenken möchte, zumal es auch zu viele Ungereimtheiten zu geben scheint. Dennoch fiebert man spätestens nach Auftauchen der Wurzel des geschilderten Übels mit der verängstigten Dame mit, zumal sich die Anschläge häufen. Krista Keller-Di Ceramis Hysterie, Waghalsigkeit und Impulsivität formen diese Folge wie weichen Ton, der nur in ihre eigene Fasson gebracht werden kann, und am Ende bezweifelt sogar das Publikum, ob Köster diese Frau in irgend einer Weise gebändigt bekommt. Es bleibt eine hochklassige Expertise der quirligen und Unruhe stiftenden Interpretin.


VERENA UND ANNABELLE

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Sid Vicious
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Re: DER ALTE

Beitrag von Sid Vicious »

Prisma hat geschrieben:
Mi., 06.10.2021 00:02

● Folge 7: KONKURS (D|1977)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks
Gäste: O.E. Hasse, Dirk Galuba, Christiane Krüger, Simone Rethel, Karl-Heinz Thomas, Sky Dumont, u.a.
eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Alfred Weidenmann

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»So ein Jammerlappen ist nun der Mann meiner Tochter!«, ist nur eine der vielen Kostproben der Torpedos, die er in Richtung seines unbequemen Schwiegersohns schickt, und man weiß genau, dass es seit Jahren so gehen wird. Mehrmals und in überaus abschätziger Art und Weise hört man lediglich Wendungen wie »Bankrotteur«, und der gesundheitlich angeschlagene Konsul lässt es sich nicht nehmen, das zu tun, was er offensichtlich sein ganzes Leben gewöhnt war: Er delegiert, gibt Befehle - selbst in Richtung der Polizei.
O.E. Hasse ist in dieser Rolle ganz große Klasse. Unzählige Male schlimmer als der Bankrotteur - extrem fies ist seine Darbietung, die mir "eben drum" sehr viel Freude bereitete.
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Re: DER ALTE

Beitrag von Prisma »

Sid Vicious hat geschrieben:
Mi., 23.11.2022 12:33
O.E. Hasse ist in dieser Rolle ganz große Klasse. Unzählige Male schlimmer als der Bankrotteur - extrem fies ist seine Darbietung, die mir "eben drum" sehr viel Freude bereitete.

Ja, Hasse ist die unbequeme Aura dieser Geschichte, die ich insgesamt ganz gelungen finde. Nicht zuletzt wegen seiner Präsenz und der hervorragenden Darbietung, die ja leider schon eine seiner letzten war. Interessant sind die Spannungen zwischen O.E. Hasse und Dirk Galuba, die sich bis zum Äußersten hochschaukeln. Klar, und Christiane Krüger ist für mich ohnehin immer ein Vergnügen. Hast du bislang chronologisch in die Serie reingeschaut?

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Sid Vicious
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Re: DER ALTE

Beitrag von Sid Vicious »

Prisma hat geschrieben:
Mi., 23.11.2022 21:12
Sid Vicious hat geschrieben:
Mi., 23.11.2022 12:33
O.E. Hasse ist in dieser Rolle ganz große Klasse. Unzählige Male schlimmer als der Bankrotteur - extrem fies ist seine Darbietung, die mir "eben drum" sehr viel Freude bereitete.
Ja, Hasse ist die unbequeme Aura dieser Geschichte, die ich insgesamt ganz gelungen finde. Nicht zuletzt wegen seiner Präsenz und der hervorragenden Darbietung, die ja leider schon eine seiner letzten war. Interessant sind die Spannungen zwischen O.E. Hasse und Dirk Galuba, die sich bis zum Äußersten hochschaukeln. Klar, und Christiane Krüger ist für mich ohnehin immer ein Vergnügen. Hast du bislang chronologisch in die Serie reingeschaut?
Ja, ich bin fleißig, treu und habe Spaß. Die Episoden aus der Mediatheke sichere ich auch alle auf DVD, die Quali wird nicht schlechter als die auf den Kauf DVDs sein. Ich muss aber sagen, dass Stephan Derrick mein Lieblingsermittler bleibt.

Heute steht noch Episode 9 an. In Episode 8 konnte mir der tapfere Sigmar Solbach einige Lacher abverlangen, am Ende wird es allerdings seeeehr fies.
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