ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

Der Tummelplatz für alle Serienjunkies und Binge-Watcher!
Von DALLAS bis DENVER, vom TATORT in die LINDENSTRASSE über BREAKING BAD bis hin zu GAME OF THRONES.
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Prisma
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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 04 | FIVE GO TO SMUGGLER'S TOP [1] / FÜNF FREUNDE AUF SCHMUGGLERJAGD [1] (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanish, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Ronald Fraser, Ingrid Hafner, John Carson, Ron Pember, Jonathan Wilmot, Charlotte Avery
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Peter Duffell



Die Ferien der Fünf Freunde beginnen mit Komplikationen: Da auf Kirrin Cottage ein Sturm gewütet hat das Haus der Kirrins durch einen Baum beschädigt wurde, müssen Julian, Dick, Anne und George ihre Ferien bei den befreundeten Lenoirs verbringen. Da George trotz Verbots auch Timmy dorthin mitgenommen hat, ihr Gastgeber Mr. Lenoir Hunde aber über alles hasst, muss ein breit angelegtes Versteckspiel stattfinden. Onkel Quentin arbeitet gemeinsam mit Lenoir ein Projekt aus, die umliegenden Sümpfe trocken zu legen. Der größte Gegner dieses Vorhabens ist der altmodische und überaus seltsam erscheinende Mr. Barling, der alles beim Alten lassen möchte, da er auch jetzt noch vom Schmuggel profitiert. Sooty, der Sohn der Lenoirs, hat seinen Vater schon mehrmals darauf hingewiesen, bei Nacht derartige Aktivitäten beobachtet zu haben, doch niemand glaubt ihm, bis er und Professor Kirrin auf einmal spurlos verschwunden sind...

Mit "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" geht wieder eine Doppelfolge an den Start, deren zwei Teile so atmosphärisch dicht geworden sind, wie der in den Sümpfen gezeigter Nebel. Es geht dieses Mal überaus geheimnisvoll zu, sodass der Zuschauer dazu animiert wird, gemütlich rätseln zu können, wer noch zum Kreis der Verbrecher zählen könnte. Neben der hervorragend eingefangenen Moorlandschaft mit ihren schier Tausend Gesichtern und aufblinkenden Signalen der Schmuggler, gibt es weitere Rätsel in persona eines tauben Hausdieners und eines verdächtigen Gastgebers, die beide breites Misstrauen erwecken und denen man vielleicht alles zutrauen würde. Auch dass man Timmy ständig in Schränken und geheimen Gängen verstecken muss, fördert den Spannungsbogen und dürfte vor allem das junge Publikum fordern, da man Timmy die Strapazen deutlich ansehen kann. Schnell schließen sich die Fünf Freunde mit den beiden Kindern der Lenoirs zusammen, um gemeinsam auf Spurensuche zu gehen, wobei mal wieder Julian seine Qualitäten als Anführer unter Beweis stellen kann, er allerdings auf Sooty und Marybelle angewiesen ist, die sich mit den Gegebenheiten vor Ort am besten auskennen. Die Folge entwickelt sich zu einem interessantes Tauziehen mit den Erwachsenen, die erneut den Kardinalfehler begehen werden, ihre jungen Kontrahenten maßlos zu unterschätzen, woraus sich unter anderem ihre große Stärke ergibt. George geht aus der Sorge um Timmy wieder einmal eigene Wege, aber ansonsten arbeitet man erfolgreich Hand in Hand. Neben der sympathischen Stammbesetzung agieren ganz besonders überzeugende Gast-Darsteller in diesem ersten Teil der vierten Folge, die ihre Stärken immer wieder ganz plötzlich entfalten kann, da sie auf eine mysteriöse Spannung setzt.

Erstmals wird hier das noch häufig angewandte Konzept vorgestellt, das eingespielte Team unter bestimmten Umständen um weitere Kinder, also um tatkräftige Helfer zu erweitern, welches den jungen Zuschauern nicht nur Werte, sondern auch ein Gefühl von Zusammenhalt und Stärke vermitteln soll. Dieses immer wieder schöne Zugeständnis an die Zielgruppe wirkt daher perfekt auf die Geschichte und die Voraussetzungen abgestimmt und lädt dazu ein, erneut mitzufiebern. Merkwürdige Personen, denen man vor allem nicht im dichten Nebel begegnen möchte, bestimmen das Umfeld, und die Schauplätze lassen eine merkliche Gruselatmosphäre aufkommen, die durch das Haus der Lenoirs mit den vielen geheimen Verstecken und Gängen noch zusätzlich verstärkt wird. Auch die Musik stellt sich insbesondere hier als hervorragender Verstärker heraus und wirkt besonders charakteristisch. Dass Regisseur Peter Duffell mit nicht immer nachzuvollziehenden Geschehnissen zu spielen weiß, was sehr häufig als Stilmittel Verwendung fand, macht einen Großteil der oft beklemmenden Atmosphäre aus, die in den richtigen Momenten tatsächlich so wirkt, als ob es kein Entrinnen geben würde. "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" bleibt als insgesamt starke Folge in Erinnerung, die vor allem wegen ihrer atmosphärisch dichten Inszenierung in Erinnerung bleibt, aber auch in puncto der Verbrecher und zwielichtiger Gestalten für Aufsehen sorgen kann. Vielleicht wirken sie nicht immer durch und durch gefährlich, aber immerhin drohen sie über die Maßen an, Timmy etwas anzutun, wenn sich die Kinder nicht beugen. So bleibt ein spannender Einstieg in diese Doppelfolge, die Neugierde bezüglich weiterer Geschehnisse wecken kann, nicht zuletzt, weil sie mit einem überzeugenden Cliffhanger am Ende der Episode aufwarten kann.

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● FOLGE 05 | FIVE GO TO SMUGGLER'S TOP [2] / FÜNF FREUNDE AUF SCHMUGGLERJAGD [2] (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Ronald Fraser, Ingrid Hafner, John Carson, Ron Pember, Jonathan Wilmot, Charlotte Avery
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Peter Duffell



Julian, Dick, Anne, George und Marybelle sind fest davon überzeugt, dass Block, der undurchsichtige Butler, mit dem Verschwinden von Sooty und Professor Kirrin zu tun hat, können ihm aber nichts nachweisen. Außerdem ist George besorgt um Timmy, der sehr lange in seinem Versteck bleiben musste, aber ebenfalls verschwunden ist. In der Zwischenzeit verhört der wütende Mr. Lenoir die Kinder und verlangt Aufklärung über die Geschehnisse, stößt dabei aber nur auf demonstratives Schweigen, bis jeder mit Stubenarrest bestraft wird. Während die Kinder ergebnislos über den Verbleib der Verschwundenen rätseln, finden sie auf dem Boden eine Schraube. Diese erste heiße Spur führt sie in einen Geheimgang und in die dunklen Katakomben unter dem Anwesen der Lenoirs...

Die Fortsetzung der Doppelfolge "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" unterscheidet sich stilistisch gesehen wenig von ihrem Vorgänger und geht nahtlos in die dichte, mit Nebel durchzogene Atmosphäre über. Die Kinder haben ein Rätsel zu knacken, das der Zuschauer bereits beim Cliffhanger der ersten Folge erklärt bekam, aber diese Schilderung ist ebenfalls recht interessant, da man dabei zusehen kann, wie die Ermittlungsarbeit der aufmerksamen Jungdetektive aussehen kann und dass sie nicht so schnell aufgeben werden. Was weiterhin offen gehalten wird, ist die Frage, bei welcher der eigenartigen Gestalten es sich um Mittäter der gesamten Aktion handelt und wer letztlich rehabilitiert wird. Durch den skurrilen Mr. Barling wirken die Machenschaften der Schmuggler insgesamt jedoch schon etwas antiquiert und büßen aufgrund seiner Verschrobenheit an Bedrohlichkeit ein, doch das Umfeld trägt im Wesentlichen zur spürbaren Spannung bei. Angebote wie dunkle, geheime und unbekannte Gänge, in denen man sich verirren kann und somit verloren wäre, Personen, die aus dem Nichts auftauchen und die Kinder in ihre Gewalt bringen, eine atmende Sumpflandschaft, in der man die Hand vor Augen nicht sieht, können einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Überall lauern latente Gefahren, die wesentlich beunruhigender wirken, als der Täter an sich. Die jungen Schauspieler wirken erneut sehr überzeugend, beinahe schon routiniert und verbreiten einen natürlichen Charme, der immer wieder aufs Neue begeistern kann. Die Gäste dieser Episode stehen ihren mittlerweile erfahrenen Kollegen in nichts nach, sodass sich "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" innerhalb der Serie zu einer der beachtlichsten Folgen entwickelt, vor allem im inszenatorischen Sinn.

Die bereits in den Vorgängern platzierte Teamarbeit geht schließlich weiter und wird von den Kindern immer mehr verfeinert, sodass sich in der noch jungen Serie der Eindruck verhärtet, dass den Freunden die Verbrecher aller Couleur bessern nicht in die Hände fallen, da sie instinktiv kurzen Prozess machen. Bei einer speziell für Kinder konzipierten Serie ist das Integrieren von absoluter Verlässlichkeit, einhergehend mit Spannung und leichtem Nervenkitzel sehr wichtig, der in seiner graphischen Darstellung allerdings nie über das Ziel hinausschießen darf. In diesem Zusammenhang kam es bereits bei der deutschen Erst-Ausstrahlung zu leichteren Kürzungen, insbesondere bei angedeuteten Gewaltspitzen. Insgesamt beweist Regisseur Peter Duffell ein erstaunlich gutes Gespür bei der Abstimmung der wichtigsten Inhalte und der Führung seiner jungen Schauspieler. Entsprechende Ansprüche des Publikums werden hier nicht nur erfüllt, sondern in vielen starken Momenten sogar deutlich übertroffen. Mit "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" darf man auf einen der richtig spannenden Fälle blicken, allerdings nicht auf die spektakulärste Final-Auflösung, was ein wenig schade ist, hätte ein derartiger Clou die fünfte Folge doch formvollendet. So hat man es am Ende dann sozusagen nur mit Old-School-Gaunern zu tun, und eben nicht mit den perfidesten Verbrechern, die die Kinder und die 26teilige Serie je gesehen haben. Dennoch ist eine der überzeugendsten Inszenierungen entstanden, die in den Bereichen Atmosphäre und Aufbau sehr beeindruckt. Die wandlungsfähige Musik unterstützt die fortwährend vorangetriebene Handlung wieder einmal ausgezeichnet und als Anhänger der Serie bleibt wohl nur zu sagen, dass man die nächsten spannenden Fälle wieder einmal kaum erwarten kann.

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● FOLGE 06 | FIVE GO OFF IN A CARAVAN / FÜNF FREUNDE BEIM WANDERZIRKUS (GB|1978)
Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Peter Cartwright, Gary Dundaven, Brian Glover, Sean Lynch
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Peter Duffell



Julian, Dick, Anne, George und Timmy sind mit Wohnwagen unterwegs, die von Pferden gezogen werden. Auf der Suche nach einem geeigneten Rastplatz trauen die Fünf Freunde ihren Augen nicht. In einem Bach sehen sie einen echten Elefanten. So lernen sie den jungen Nobby kennen, der Mitglied des Wanderzirkus ist, in dessen Nähe sie auch ihr Quartier aufschlagen. Schnell freunden sich die Kinder an, und als Nobby ihnen den Zirkus zeigen will, wird die erste Begeisterung schnell ausgebremst, da sie dessen unfreundlichen Onkel namens Tiger Dan und den genauso unsympathischen Akrobaten Lou kennenlernen, bis die neugierigen Kinder kurzerhand hinaus geworfen werden. Dan und Lou wollen die Fünf Freunde so schnell wie möglich loswerden, da ihre Wohnwagen direkt vor dem geheimen Eingang zu einer unterirdischen Höhle stehen. Für die Kinder wird es ab sofort unangenehm...

Folge 6 beginnt sehr idyllisch inmitten eines schönen Panoramas, die Sonne scheint, alles ist grün und man ist guter Dinge. Doch wer die Fünf Freunde kennt, weiß, dass es nicht sehr lange so bleiben wird. Es ist innerhalb der Serie übrigens der erste Fall, der die Ganoven nicht wegen Professor Kirrins wissenschaftlicher Arbeiten anlockt, sondern hier wird das Zufallsprinzip zuschlagen, was für Abwechslung sorgt und daher gut ankommt. Die dargestellte Selbstständigkeit und Offenheit der Kinder ist insgesamt wieder einmal sehr beeindruckend und transportiert eine Art Vorbildcharakter, außerdem wird jeder der jungen Protagonisten in der kurzen Spieldauer charakterlich differenziert dargestellt, und zwar so optimal, wie es eben möglich war. Der klare Aufbau in "Fünf Freunde beim Wanderzirkus" schmeichelt der Geschichte, in der eigentlich gar nicht so schrecklich viel passiert, und es entsteht ein gelungener Einteiler, der seine Unterhaltungsambition ernst nimmt. Was vor allem junge Zuschauer neben den herkömmlichen Zutaten anspricht, sind die vielen Tiere im Szenario, die teils für exotische Eindrücke sorgen können. Abgesehen von Timmy, sieht man den besagten Elefanten, der von Nobby im Bach geschrubbt wird. Man sieht noch viele andere, aber geläufige Exemplare beim Zirkus, wie etwa einen Schimpansen, der zur Lösung des Rätsels beitragen wird, außerdem Nobbys Hund, der anstelle von Timmy vergiftet wird, da er nach Georges Behauptung niemals etwas von Fremden annimmt. Neben den jähzornigen und impulsiven Gaunern, die zusehends aggressiver werden, was wieder einmal durch die kompetente Synchronisation zum Ausdruck gebracht wird, ist die Methodik durch Androhungen, den beteiligten Tieren etwas anzutun, ein treffsicheres Stilmittel um Spannung aufzubauen..

Eine gute Unterhaltung mit aktuellen Themen und Kontrasten für Kinderaugen macht die Serie sehr geradlinig und verlässlich. Auch hier zeigt sich das strategische Vorgehen und das Planen der erweiterten Fünf als ziemlich ausgekocht, da das oberste Ziel ist, eine entscheidende Falle zu stellen. Was sehr amüsant erscheint, ist die wie vielerorts geschilderte Rolle der Polizei, die immer nur dann auftaucht, wenn man die Verbrecher beinahe nur noch zu Übergeben braucht und die eigentliche Arbeit längst getan ist. Die unterirdische Höhle mit ihren Geheimnissen kommt einem so langsam aber sicher schon bekannt vor, tut aber der Spannung keinen Abbruch, obwohl der Zuschauer von vorne herein genau weiß, worum es sich bei dieser Wanderzirkus-Folge handeln, beziehungsweise wohin sie führen wird. Interessant ist die Tatsache in Form einer Randnotiz, dass die Kinder hier quasi vor der Strenge und Ungeduld des Onkel Quentin flüchten, dann aber auf andere Komplikationen und Reaktionen unterschiedlicher Erwachsener stoßen, als würden sie kriminelle Machenschaften wie ein Magnet anziehen. In Folge 6 wird Dick in angenehmer Art und Weise ein bisschen mehr als die anderen Kinder hervorgehoben. Bei dieser Gelegenheit kann er endlich auch einige Kostproben seines berüchtigten Humors zum Besten geben, um seine Schwester Anne damit zu ärgern und anzusticheln, außerdem hat er wie immer großen Hunger, was bei einer derartig geballten Form von Abenteuer aber auch kein Wunder ist. Langsam aber sicher begreift man, dass alle Beteiligten vor oder hinter der Kamera zu richtigen Profis avancieren konnten, was der Serie einen zusätzlichen Reiz gibt. Schlussendlich handelt es sich um einen angenehmen und schön erzählten Einteiler der Serie, bei dem vor allem die Kinder einen großen Spaß beim Dreh gehabt haben dürften.

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● FOLGE 07 | FIVE GO OFF TO CAMP [1] / FÜNF FREUNDE IM ZELTLAGER [1] (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz, Sue Best, Friedrich von Thun
Gäste: Cyril Luckham, Joe Brady, Christopher Wilkinson, John Barrett, John Bardon, Christine Akehurst, u.a.
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: James Gatward



Die Fünf Freunde fahren mit ihrem alten Hauslehrer Mr. Luffy in ein Zeltlager. Obwohl sie mit dem sympathischen alten Herrn gut zurecht kommen, möchten die Kinder lieber für sich sein, um ungestört auf Entdeckungstour gehen zu können. Allerdings erscheint die idyllische Landschaft keine Geheimnisse zu verbergen, bis Anne plötzlich laut um Hilfe ruft, da die Erde leicht bebt und Rauch aufsteigt. Anne ist sich sicher, dass sie auf einem Vulkan sitzen, doch Mr. Luffy kann sie beruhigen, indem er eine simple Erklärung liefert: Unter ihnen verläuft ein Eisenbahntunnel und ein Zug war für dieses Spektakel verantwortlich. Die Kinder finden schließlich einen alten Güterbahnhof und dort werden sie von einem unheimlichen Wächter verscheucht, der ihnen zuvor von Geisterzügen auf dieser seit Jahren stillgelegten Strecke berichtet hat. Wenig später lernen die Kinder auf einem Hof den jungen Jock kennen, dessen Stiefvater bereits über ihre Erkundungen am alten Güterbahnhof Bescheid weiß, und sie eindringlich davor warnt, sich dort erneut herumzutreiben. Doch das Rätsel lässt Julian, Dick und Jock keine Ruhe...

Der Zweiteiler "Fünf Freunde im Zeltlager" gehört sicherlich zu den packendsten und besten Folgen der gesamten Reihe, die vor allem Kinder in Begeisterung versetzen kann. Dieses Potenzial ist definitiv auch heute noch vorhanden, aber seinerzeit kam es zu einem regelrechten Grusel und Zuständen der Hochspannung. Alles beginnt hier ruhig und idyllisch, denn die Kinder sind für die Ferien gerüstet, von denen Onkel Quentin hofft, dass sie ohne die üblichen Komplikationen über die Bühne gehen. So ist seine Ungeduld hautnah mitzuerleben und es wird überdeutlich, dass ihm die Begleitung in Form des betagten Lehrers eine große Last abnehmen wird. Mr. Luffy ist liebenswert, nachsichtig und besonnen, scheint aber auch bereits etwas verkalkt zu sein. Am Zielort angekommen, machen sich die Kinder schnellstmöglich selbstständig und erforschen die malerische Umgebung, die zunächst keine Geheimnisse herzugeben scheint. Gedreht wurde inmitten eines atemberaubenden Panoramas, die Schauplätze wirken sorgsam ausgewählt und prägen diese Episode in ganz besonderer Art und Weise. Auch der sehr unscheinbar gewählte Titel dieses Zweiteilers kreiert einen plötzlichen und beinahe angenehm wirkenden Überraschungsmoment, denn plötzlich spricht man von einem führerlosen Geisterzug der nur bei Nacht auftaucht und wieder genauso spurlos verschwindet, wie er aufgetaucht war. Beim Einfahren des Zuges befindet sich die Kamera in gefährlicher Nähe zu den Gleisen und es entsteht der Eindruck, dass man den Zug anfassen könnte, der ja eigentlich überhaupt nicht existieren dürfte. Auf dem Bauernhof von Jocks Eltern werden zusätzlich einige merkwürdige Entdeckungen gemacht, zu denen auch so mancher unangenehmer Zeitgenosse gehört. Es ist nur noch nicht klar, wie sich dieses Puzzle schließlich zusammenfügen lässt.

In diesem ersten Teil fallen insbesondere die Rollenverteilungen unter den Kindern ins Gewicht, und es lässt sich beinahe von einer offenkundigen Hierarchie sprechen. Anne darf sich vornehmlich um hauswirtschaftliche Aktivitäten kümmern, mit denen sie hinlänglich vertraut und auch eigentlich ganz froh ist, weil sie dann nicht mit auf Abenteuersuche gehen muss. George, die alles ebenso gut kann oder können möchte wie die Jungen, versucht sich permanent durchzusetzen, bis Julian erstmals ein unmissverständliches Machtwort spricht. In rhetorischer Art und Weise fragt er nach dem Boss der Gruppe und meint natürlich sich selbst, bringt George damit so weit, dass sie innerlich vor Wut kocht, aber nach außen unbemerkt erstarrt. Ab diesem Zeitpunkt verhält sich die sonst sehr lebhafte George beleidigt und sie schmollt. Die Jungs wollen sich um den Geisterzug kümmern, da diese Aufgabe ihrer Ansicht nach nichts für Mädchen sei. Anne fällt ein Stein vom Herzen, da ihr diese gruselige Angelegenheit etwas zu heiß ist, doch George spannt Fäden vor dem Zelt der Jungen, die sie an ihrem großen Zeh befestigt, um wach zu werden, falls es endlich losgeht. Doch so einfach geht ihr Plan dann doch nicht auf, denn die Jungen tricksen sie aus. Am Ende zieht sie sich daher mit Timmy wieder einmal zurück. Vieles wirkt in diesem Teil auffällig mysteriös und geheimnisvoll, bis es schließlich auch tatsächlich noch gefährlich für die Abenteurer wird, auch bezüglich der bekannten und neuen Charaktere wird eine eine präzisere Färbung angeboten und transportiert. "Fünf Freunde im Zeltlager" spricht die Erwartungen des Zuschauers und insbesondere die von Kindern massiv an, und lässt ihre Fantasien dabei für jeweils fast 25 Minuten Wirklichkeit werden, was gar nicht so selbstverständlich ist. Der obligatorische Cliffhanger, mit dem Verschwinden des Zuges im Tunnel und mit Julians entsetztem Gesichtsausdruck, lässt das Warten auf die Fortsetzung zum Geduldspiel werden. Ganz große Klasse!

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● FOLGE 08 | FIVE GO OFF TO CAMP [2] / FÜNF FREUNDE IM ZELTLAGER [2] (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Cyril Luckham, Chris Wilkinson, Joe Brady, George Moon, Christine Akehurst, John Bardon, John Barrett
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: James Gatward



Julian, Dick und Jock schleichen sich trotz Mr. Andrews' Warnung nochmals zum alten Güterbahnhof, wo sie erneut den Geisterzug beobachten können. Bei Nacht lässt sich jedoch wenig erkennen und die drei Freunde wollen lieber bei Tageslicht auf Erkundungstour gehen. Stück für Stück untersuchen sie den Tunnel gemeinsam mit Anne, doch an dessen Ende bemerken sie, dass die Schienen schon sehr lange nicht mehr benutzt wurden. In der Zwischenzeit durchstreifen die immer noch beleidigte George und ihr Hund den Hügel, doch plötzlich ist Timmy verschwunden. Unter allerlei Gestrüpp findet sie ein Gitter, unter dem eine Leiter hinab führt. Dort kann sie eine unglaubliche Entdeckung machen, bemerkt allerdings nicht, dass das Schloss hinter ihr eingerastet ist. Julian, Dick, Jock und Anne nehmen in der Mitte des Tunnels eine Abzweigung, kommen dort aber auch nicht weiter. Diese Strecke wurde bereits vor mehreren Jahren zugemauert. Ratlos suchen sie einen Weg in die Freiheit, doch dann hören sie plötzlich den heranfahrenden Zug...

Folge 8 profitiert nicht nur von den Weichenstellungen ihres Vorgängers, sondern von einer sich immer weiter zuspitzenden, dramatischen Atmosphäre, die geisterhafte Züge annehmen wird. Wie üblich lassen die Kinder nicht locker und möchten dem Geheimnis unbedingt auf die Spur kommen, da sie übernatürliche Gründe insgeheim anzweifeln. Im Verlauf merkt man daher schnell, dass keiner mehr von ihnen so richtig an einen Geisterzug glaubt, vielmehr wird eine normale Lösung in Betracht gezogen. Man bringt Jocks Stiefvater Mr. Andrews mit den merkwürdigen Geschehnissen in Verbindung, da er nicht nur durch seine unsympathische und cholerische Art, sondern auch die geheimnisvolle Flotte der LKW auf seinem Hof auffällt. Da George sich selbst ausgegrenzt hat, aber keinen unerheblichen Teil zur Lösung beitragen wird, macht sich der Rest der Kinder auf die Suche nach wichtigen Informationen. Anne, die aus Furcht nicht noch einmal mit durch den düsteren Tunnel gehen möchte, wird ebenfalls einen wichtigen Teil zur Rettung der anderen übernehmen. Wieder einmal wird lückenloses Zusammenarbeiten gezeigt und bedingungsloser Zusammenhalt demonstriert, der nur funktioniert, wenn sich jeder auf den anderen verlassen kann, auch wenn jemand einmal eigene Wege geht. Auch eine gewisse Konfrontation und merkliches Konfliktpotenzial wird hier immer wieder gerne angedeutet, wenngleich am Ende immer Lösungsansätze angeboten werden. Als die drei Jungs beispielsweise am Anfang von ihrer Tour ohne die Mädchen zurückkommen, und George wieder ihr Überwachungsseil gespannt hat, wollen sie ihr den Gefallen einmal tun und ziehen kräftig daran und sie stellen sich ganz schnell schlafend. Als Anne nicht noch einmal mit durch den unheimlichen Tunnel gehen möchte, wird sie »feige Pute« genannt.

Niemand ist nachtragend, für alle Ewigkeit beleidigt oder stur, sodass die Kinder ihre Vorbildfunktion für das insbesondere jüngere Publikum ernst nehmen und ausspielen. Es ist schlussendlich sehr gelungen, dass man trotz der außergewöhnlichen Fähigkeiten immer noch Kinder vor sich hat, und keine jungen Erwachsenen. Folge 8 nimmt stark an Spannung und Tempo zu, die Geschichte rund um dem Geisterzug findet einige spektakuläre Wendungen und eine recht überraschende Auflösung. Dabei steht überhaupt nicht so sehr im Vordergrund, wer am Ende des Tages an den kriminellen Aktivitäten beteiligt ist, die ohnehin nicht en detail erklärt werden, sondern was sich im Inneren des Tunnels abgespielt und vermutlich schon Dutzende Male zugetragen hat. "Fünf Freunde im Zeltlager" verfügt über eine ganz besonders packende und dichte Atmosphäre, da viele Sequenzen bei Nacht, beziehungsweise im mysteriösen Tunnel stattfinden und der Zuschauer permanent das Gefühl vermittelt bekommt, es könne plötzlich eine Hand aus dem Nichts schnellen, um nach den Jungdetektiven zu greifen. Der Zug wirkt ebenfalls gespenstisch, zumal das Thema durch unheimliche Geschichten anderer angeheizt wurde, und ist im Verlauf noch in sehr guten Bildstrecken eingefangen. Die Gauner, die zum Showdown von beiden Seiten auf die Kinder zukommen, sie deswegen wie eingekesselt und in der Falle sind, ein klemmendes Gitter, das den Zustand eines Gefängnisses symbolisiert, aus dem es keinen Ausweg mehr gibt, und die Zeit, die davon rennt; es spitzt sich zu in dieser wahrscheinlich Besten aller Episoden der Reihe. So werden alle Beteiligten ihren Ausflug in das Zeltlager, welcher einfach unbeschwert vonstatten gehen sollte, aber letztlich hoch spannend wurde, nie wieder vergessen. Eine außerordentlich spannende und daher besonders unterhaltsame Episode.

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● FOLGE 09: FÜNF FREUNDE AUF GROẞER FAHRT / FIVE ON A HIKE TOGETHER (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Daniel Moynihan, Prentis Hancock, Lally Percy, Frank Ellis
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Mike Connor



Während einer Wanderung bemerken Julian, Dick, Anne, George und Timmy ein großes Aufgebot von Polizeiwagen. Von einem Beamten erfahren sie, dass nach einem entflohenen Sträfling gefahndet wird. Da sich die Fünf Freunde verlaufen haben und es auch bald dunkel wird, übernachten sie in einer verlassenen Scheune. Mitten in der Nacht wacht Dick auf, da jemand seinen Namen ruft. Es ist der entflohene Sträfling, der seinem Komplizen, der ebenfalls Dick heißt, eine Nachricht überbringen will. Auf einem Zettel steht ein Rätsel, dass die Freunde aber schon bald geknackt haben und es führt sie zu einem alten, halb zerfallenen Haus und zu einem See, in dem irgend etwas versenkt worden sein soll. Und tatsächlich können sie eine alte, wasserdichte Tasche aus dem See bergen. Bevor die Fünf Freunde herausfinden können, was sich darin verbirgt, nehmen die Kriminellen Verfolgung auf...

Bei "Fünf Freunde auf großer Fahrt" handelt es sich vielleicht nicht um den aussagekräftigsten Titel, aber dahinter verbirgt sich ein wirklich spannender Fall, der eine bedrohliche Atmosphäre aufbauen kann, was gleich zu Beginn an einem Geschwader von Polizeiwagen liegt, welches darauf hinweist, dass man es offensichtlich mit einem der schwereren Jungs zu tun hat. Während die Kinder einige Beamte mit Hundestaffeln sehen, die das teils unübersichtliche Gebiet durchforsten, werden sie zwischenzeitlich von einem Polizisten über die Geschehnisse aufgeklärt. Das Publikum ahnt bereits, dass es zu einem Clash kommen dürfte, denn schließlich haben die Protagonisten das kriminelle Unheil stets anziehen können, wie ein Magnet. In einer verlassenen Scheune beschließen sie, Rast zu machen, immerhin ist die Dunkelheit nicht mehr weit, und in der Nacht darf es gruselig weitergehen, denn plötzlich hört man eine unbekannte Stimme, die nach Dick ruft, diesem Anweisungen und dem Publikum gleichzeitig das zu lösende Rätsel mit auf den Weg gibt. Dass einer der Komplizen - nämlich der richtige Dick - in der Scheune wartet und zum Greifen nah ist, heizt die besondere Spannung merklich an. Da die Fünf Freunde neugierig geworden sind und das Geheimnis natürlich lösen wollen, führt sie ihr Weg in ein halb zerfallenes Haus und schließlich zu einem Bootshaus. Die Räuber haben die Stelle in der Mitte des Sees markiert und eigentlich müsste nur noch abgestaubt werden. Die Verfolgung auf dem See wirkt zunächst nervenaufreibend, doch die potentielle Gefahr der Diebe wird leider durch zu viel Situationskomik entschärft. Für junge Zuschauer ist diese Lösung natürlich eine Genugtuung, wenn die Pläne von Julian und Co. funktionieren und ihre Gegner ins Straucheln kommen.

In dieser neunten Folge sind insbesondere die tollen Schauplätze bemerkenswert ausgewählt worden, die der ohnehin spannenden Story eine besondere Aussagekraft zu geben wissen. Erfreulicherweise übernimmt Dick mal wieder eine prominentere Rolle im Geschehen, und diesmal schaffen es die Kinder sogar, ohne die üblichen kleinen Konfrontationen auszukommen. Jeder ist zu gleichen Teilen für den Erfolg dieser Mission verantwortlich, jeder kann sich blind auf den anderen verlassen. Eine besondere Finesse ist mit dem Stehenbleiben von Dicks Armbanduhr eingebaut worden, was nochmals eine Anregung zum Nachdenken und erfolgreichen Miträtseln der jungen Anhängerschaft mit sich bringen sollte. In Mike Connors "Fünf Freunde auf großer Fahrt" macht es besonders großen Spaß, dabei zuzusehen, dass die Kinder enorm auf Draht sind und den Räubern beinahe mühelos die Beute abjagen können. Hinzu kommt, dass die Kinder wieder einmal maßlos von den Erwachsenen unterschätzt wurden, was sich bis hier hin langsam aber sicher zu einer Art Running Gag entwickelt hat. Diese Folge genießt einen besonderen Stellenwert im eigenen Ranking, da sie nicht zu den Fällen gehört, die seinerzeit mit Kinderaugen wahrgenommen und gelöst werden konnten, sondern erst viel später. In diesem Zusammenhang kam naturgemäß eine ganz andere Intensität bei der Betrachtung auf, was natürlich im Gedächtnis geblieben ist. So bietet Folge 9, die sich ausgiebig dem Zufallsprinzip bedient, wieder einmal eine ausgezeichnete Unterhaltung und zeigt die Fünf Freunde bemerkenswert wach und selbstverständlich unerhört erfolgreich bei ihrem nicht ganz alltäglichen Hobby. Besonders erfreulich ist die hohe Spannungskurve durch eine unkalkulierbare Bedrohung, die von den Kindern spielend entschärft wird.

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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 10: FÜNF FREUNDE IM NEBEL / FIVE GO TO MYSTERY MOOR (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: John Flint, Willoughby Goddard, Michael Sheard, Kevin Hudson, Norman Mitchell, Frank Jarvis, Alexis Hurst
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: James Gatward



Julian, Dick, Anne und George machen Urlaub auf einem Reiterhof. Spontan entscheiden sich sich, im Moor zu zelten. In der Nacht werden die Kinder jedoch vom Lärm eines kleinen Flugzeuges aufgeweckt, das verdächtig tief fliegt. Gleichzeitig sehen sie unheimliche rote Signale, bis mehrere Pakete abgeworfen werden, die die Kinder fast getroffen hätten. Darin enthalten sind große Geldsummen in Form amerikanischer Dollar. Dichter Nebel zieht über Mystery Moor auf und die Fünf sammeln die wertvollen Pakete rasch ein und trennen sich, da sie bereits von einigen Gestalten verfolgt werden. Während George und Anne gefangen genommen werden, versuchen Dick und Julian, zum Reiterhof zurückzukommen, um Hilfe zu holen, doch wegen des dichten Nebels kann man beinahe die Hand vor den Augen nicht erkennen. Für Anne, George und Timmy wird es derweil ziemlich brenzlig, denn sie werden dem ungeduldigen Boss gegenübergestellt, der auf sein Geld wartet...

Mit "Fünf Freunde im Nebel" hat man es definitiv mit einer der stärksten Folgen innerhalb der Reihe zu tun, die insbesondere durch ihre vielen mysteriösen Inhalte sehr viel Spannung aufbauen kann. Das Ganze spielt sich zunächst auf einem Reiterhof ab, was Kinderherzen in der Regel ja schon einmal höher schlagen lässt. Anne und George sind dort bereits zu gewissen Arbeiten eingeteilt. Julian und Dick werden etwas später von Onkel Quentin vorbei gebracht. Erstmals gestaltet sich die Erweiterung des Teams durch andere Kinder unterschiedlich ab, da es zu diversen Spannungen kommt, denn George steht mit einem gleichaltrigen Mädchen namens Henry auf Kriegsfuß, weil sie sich offensichtlich zu sehr ähneln und immer das Kommando haben möchten. Henry möchte genau wie George in allem die Beste und vor allem die Erste sein. Bei einem gemeinsamen Ausritt zum Schmied bekommen die Kinder eine unheimliche Geschichte über die Bartel-Brüder erzählt, die mit einer kleinen Eisenbahn weißen Sand vom Meer transportierten, aber eines Tages spurlos im Nebel verschwanden und nie wieder aufgetaucht sind. Zuvor lernten die Kinder noch den kleinen Zigeunerjungen Sniffy kennen, der eine eigenartig undurchsichtige Rolle spielt, genau wie dessen Leute, die aufgrund ihres inadäquaten Verhaltens sehr verdächtig wirken. Da die Fünf Freunde selbst auf Mystery Moor zelten wollen, werden sie natürlich hellhörig, da sich ein neuer Fall anbahnen könnte. Starke Momente entstehen, als der Flieger die heiße Fracht abwirft und dichter Nebel aufzieht, den man als Zuschauer förmlich spüren kann und aus dem schließlich gleich mehrere Hände nach den Mädchen greifen, um sie in eine schäbige Hütte zu verschleppen, in der es zu einem standesgemäßen Showdown kommt.

Hier werden sie den Boss der Ganoven kennenlernen. Bei diesem schwergewichtigen, bedrohlich wirkenden Herrn handelt es sich um eine der überzeugendsten Verbrecherfiguren der gesamten Reihe, der insbesondere jüngere Zuschauer das Fürchten lehren kann. Von den Mädchen verlangt er, ihm das Geld so schnell wie möglich wieder zu beschaffen und Timmy soll dabei behilflich sein. Erwähnenswert ist, dass George hier erstmals einen versteckten Warnhinweis gibt, indem sie die Nachricht mit ihrem vollständigen Namen Georgina unterschreibt. Die Jungs versuchen in der Zwischenzeit die Bahngleise zu finden, die sie zum Reiterhof führen sollen. Sniffy lenkt die Verbrecher ab und erweist sich als mutiger Helfer, auch wenn er die ganze Zeit überaus eingeschüchtert gewirkt hat. Das Tempo wird in dieser zehnten folge immer rasanter, die Atmosphäre immer dubioser und es entsteht der Eindruck, dass einem die Zeit davon läuft, da die Gegenspieler ohne Skrupel agieren. Auch die verhärteten Fronten zwischen den rivalisierenden Mädchen werden durch die gefährliche Situation aufgeweicht, sodass wieder einmal Zusammenhalt demonstriert werden kann, und dass der erste Eindruck möglicherweise doch nicht immer der richtige sein muss. Kombinationstechnisch bietet diese Episode unterm Strich vielleicht gar nicht einmal allzu viel an, denn die Ereignisse werden größtenteils transparent dargestellt, auch wenn manche Personen nicht zu durchschauen sind, außerdem nimmt der starke Verlauf wie von alleine ganz schön an Fahrt auf. Die Hochspannung wird mit einem Finale gekrönt, das alle Altersklassen anspricht und "Fünf Freunde im Nebel" ist gekonnt und atmosphärisch in Szene gesetzt worden. Es bleibt ein äußerst spannender Ausflug in die Grusel-Heide.

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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 11: FÜNF FREUNDE WITTERN EIN GEHEIMNIS / FIVE ON A SECRET TRAIL (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz, Sue Best
Gäste: Ray Armstrong, Gertan Klauber, Diana Lambert, Peter Wilson sowie Jeremy & Paul Stacey
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Don Leaver



Die Fünf Freunde übernachten in einem alten, halb zerfallenen Haus, da ein Gewitter im Anmarsch ist. Bereits in der ersten Nacht geschehen jedoch schon gruselige Dinge. Als ein Blitz die Dunkelheit unterbricht, sehen die Kinder drei Furcht erregende Gestalten am Fenster stehen, die sie beobachten und die im nächsten Moment auch schon wieder verschwunden sind. In der folgenden Nacht sind in unmittelbarer Nähe blinkende Lichter zu sehen. Julian und Co. kommen nur zum gleichen Schluss: Jemand möchte sie aus dem verlassenen Haus vertreiben. Doch wer könnte einen Grund haben? In der Gewissheit beobachtet zu werden, inszenieren sie ihre Abreise, doch Julian und Dick schleichen sich wieder zurück an den Ort des Geschehens. Zwei Männer und eine Frau durchsuchen das Haus; sie sind offenbar auf der Suche nach einem Schatz...

Was die atmosphärische Dichte und Spannung dieser elften Folge angeht, knüpft Don Leaver nahtlos an die bereits präsentierten und größtenteils starken Vorgänger an. Das Einbauen von gelungenen Gruselelementen und beunruhigenden Effekten unterstreicht auch hier einen sehr sehenswerten Fall, bei dem es wieder einmal um den Dauerbrenner Industriespionage geht, was bis zu diesem Zeitpunkt allerdings schon länger keine Verwendung mehr gefunden hatte. Die plötzlich auftauchenden Verbrecherfiguren wirken markant und sorgen bei ihrem ersten Erscheinen für einen kurzen und überaus beeindruckenden Schockmoment, der tatsächlich durch Mark und Bein geht und durch die wie üblich angepasste und punktgenau platzierte Musik in Erinnerung bleiben wird. Vor allem das Auftauchen der unheimlichen Gestalten wirkt bedrohlich, da Anne erneut als Projektionsfläche für Angst und Schrecken herhalten muss, weil sie den Beschützer-Instinkt so ungezügelt anspricht und Mitgefühl provoziert. Auch bei Nacht, als die Gauner das Haus durchsuchen, gestaltet sich die Angelegenheit in der Gefahr der Dunkelheit als sehr mitreißend, da die im Verborgenen lauernden Jungs beinahe entdeckt werden und man sich ausmalen kann, was mit ihnen passiert wäre. Es scheint, als müssten die Kinder gerade in dieser Episode ganz besonders großen Mut beweisen, und auch die Kombinationsgabe und die Aufgewecktheit sind natürlich gefragt. Das Ermittler-Team wird in "Fünf Freunde wittern ein Geheimnis" durch sehr unterschiedlich geartete Zwillinge erweitert, die maßgeblich zur Lösung des Rätsels beitragen werden, auch wenn die Zirkusvorstellung der beiden anfangs nicht gleich begriffen wird, man sie dementsprechend auch nicht sonderlich sympathisch findet.

Dieser von Geheimnissen getragene Fall erscheint vielleicht vom Inhalt her nicht ganz so stark zu sein, wie bereits andere gelöste Rätsel zuvor, da die Auflösung bei all den Gruselelementen schließlich doch zu reibungslos verläuft und im Finale abgehackt wirkt. Die anfängliche Hochspannung fällt somit leicht ab, obwohl die Kinder wieder einige dunkle Geheimgänge erkunden müssen, in denen die möglicherweise gewaltbereiten Gauner jederzeit auftauchen und nach ihnen greifen könnten. Das Rätsel um den Industriespionage-Schatz ist zwar logisch aufgerollt und einfach aufgelöst, hält aber durchaus einige Komplikationen bereit. Wenn überhaupt, handelt es sich hierbei aus heutiger Sicht höchstens um kleinere Kritikpunkte, die Episode 11 aber nicht uninteressanter werden lässt. Aus persönlicher Sicht handelte es bei "Fünf Freunde wittern ein Geheimnis" schon damals um eine der spektakulärsten Episoden seit dem unheimlichen Auftauchen des Geisterzuges, einige Folgen zuvor. Das Konzept der elften Folge kann mit den hier angewendeten Mitteln wieder einmal treffsicher aufgehen und die fünf Jungdetektive halten mit ihren Kombinationen und Provokationen auf Trab. Spaßige Untertöne sorgen dafür, dass die gruseligen Elemente etwas entschärft werden, aber dennoch bleibt dieser Ausflug in Erinnerung, der ja schließlich nur als Urlaub gedacht war, und in einem waschechten Abenteuer gipfelt. Da merkwürdige Gestalten ihr Unwesen treiben und verschwundene Dokumente gefunden werden, bevor überhaupt jemand bemerkt hatte, dass sie nicht mehr da sind, darf sich der Fan ganz in seinem Element fühlen. Was will man eigentlich mehr? Auch nach unzähligem Anschauen handelt es sich immer noch um eine der eigenen Lieblingsfolgen, weil sie atmosphärisch gelungen, spannend inszeniert und mit angenehmem Humor ausgestattet ist.

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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 12: FÜNF FREUNDE ALS RETTER IN DER NOT / FIVE GO TO BILLYCOCK HILL (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Barry Andrews, Andrew Bagley, Ray Barron, Gretchen Franklin, Rowland Guinnane
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Don Leaver



Die Fünf Freunde schlagen ihre Zelte in der Nähe von Billycock Hill auf, wo sie sich mit ihrem Freund Toby treffen wollen, doch die Ruhe wird immer wieder durch fürchterlichen Lärm gestört. Unweit ihrer Zelte befindet sich ein Stützpunkt der Luftwaffe, wo man die neusten Flugzeuge testet. Tobys sympathischer Onkel Jeff, den sie schon bald kennen lernen, ist dort Testpilot. Im Radio hören die Kinder in den nächsten Tagen allerdings, dass einer der geheimen Prototypen gestohlen wurde, und samt dessen Piloten Jeff spurlos verschwunden ist. Außerdem treiben sich dubiose Gestalten im Umkreis des Stützpunktes herum. Die Fünf Freunde beschließen, den verschwundenen Piloten zu suchen und seine Unschuld zu beweisen. Schon bald fällt ihnen ein aufgemalter Hilferuf auf dem Rücken eines kleinen Ferkels in die Hände, der sie zu einem verlassenen Herrenhaus führt...

Die zwölfte Folge der bereits zu einem Drittel abgedrehten Serie fällt im Gegensatz zu den meisten vorhergegangenen Teilen deutlicher aus dem Rahmen - und zwar inszenatorisch, vor allem thematisch und tendenziell. Zwar ist die Verwendung der herkömmlichen und bewährten "Fünf Freunde"-Zutaten auch hier durchaus gegeben, doch man merkt dieser Episode die vergleichsweise launischere Inszenierung an, die leider kaum über die obligatorische mystische Spannung verfügt, die für so viele große und denkwürdige Momente sorgen konnte. Die anderen Rätsel wirkten irgendwie spektakulärer, vielleicht sogar deutlich greifbarer, und hier hat man es nun mit einem vielleicht zu dick aufgetragenen Fall zu tun, dessen Übergänge teils sehr ungeschickt und holprig wirken. Der Verlauf verfügt leider über einige schleppende und phasenweise sogar nicht sehr stimmige Phasen; das Ende wird dem Zuschauer beispielsweise viel zu abrupt aufgetischt und man bekommt insgesamt zu wenige schlüssige Erklärungen vermittelt. Ein gewisser Reiz bei dieser kann sich trotz vieler Unstimmigkeiten dennoch entwickeln, denn gerade Jungs dürften bei der Thematik rund um ein gestohlenes Militärflugzeug besonders hellhörig werden. Die Frage, wer hinter dieser Aktion steckt wird dem Empfinden nach nur unzureichend beantwortet und rückt daher in die zweite Reihe, da man sich verstärkt darauf konzentriert denjenigen herauszuarbeiten, der an dem Diebstahl nicht beteiligt war. Die mysteriösen Figuren in dieser Folge wirken etwas planlos und agieren auch dementsprechend, außerdem wirken sie längst nicht so bedrohlich, wie man es bislang gewöhnt war. Fall 12 wirkt in der Tat künstlich gestreckt und bemüht aufgeplustert.

So bleibt insgesamt zu bemängeln, dass es der Folge "Fünf Freunde als Retter in der Not" leider an Atmosphäre fehlt, und auch die Drehorte wirken erstmals zu eintönig und einfallslos. Zwar kann man Zeuge einiger Ermittlungen bei Nacht werden, in der sich zwielichtige Gestalten herumtreiben und auch bei der Spurensuche im alten Herrenhaus könnten schließlich mehrere Gefahren lauern, aber das will alles nicht so recht greifen, weil es in diesem Zusammenhang wie gesagt eine wesentlich höhere Messlatte gibt. Die Spannung wird vorzugsweise über einen unsympathischen Beamten der Militärpolizei aufgebaut, der die Kinder mit seinem aggressiven Schäferhund verschreckt, aber nicht in Schach hält. Schön zu beobachten ist, dass die jungen Detektive nach wie vor vollkommen unverbraucht agieren und eine sichere Strategie verfolgen, auf Zusammenhalt und Stärken setzen, die aus Gemeinsamkeiten entstehen. Man glaubt schließlich auch zu sehen, dass sich die jungen Amateurdetektive weiter entwickelt haben und dies natürlich auch weiterhin tun werden. Charakteristisch für diese zwölfte Folge bleibt der störrische Transfer aus einer bislang empfundenen Märchenwelt in die Realität, da plötzlich ein Todesfall im Raum steht und die Art des Verbrechens wesentlich weltlicher wirkt. So handelt es sich nach persönlichem Geschmack um die bislang schwächste Folge der auf sehr hohem Niveau laufenden Reihe, was auch daran liegen mag, dass das Potential der Geschichte weitgehend ungenutzt bleibt und man mit Routine und herkömmlichen Mitteln einfach mehr hätte herausschlagen können. Der treue "Fünf Freunde"-Fan wird aber sicherlich auch mit dieser Folge irgendwie zufrieden sein, vor allem wegen seiner verlässlichen Helden.

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