DRACULA IN PAKISTAN - Khwaja Sarfraz

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Sid Vicious
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DRACULA IN PAKISTAN - Khwaja Sarfraz

Beitrag von Sid Vicious »

Originaltitel: Zinda Laash
Herstellungsland: Pakistan
Erscheinungsjahr: 1967
Regie: Khwaja Sarfraz
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Nachdem Professor Tabani lange Zeit wie fortwährend emsig nach dem ewigen Leben forschte, hat er nun sein Ziel erreicht. Er muss sich allerdings damit abfinden, dass nicht nur Medaillen zwei Seiten besitzen, sondern auch die lang ersehnte Eintrittskarte zur Unendlichkeit. Ergo muss der Professor fortan als Vampir durch Pakistan scharwenzeln. Macht aber nichts, denn der eine (der Blutsauger) scharwenzelt, die anderen (seine femininen Opfer) tanzen. In Pakistan wird nämlich ganz viel getanzt. Warum so viel getanzt wird? Man weiß es nicht! Aber die Mädels tanzen halt immerzu - und das mit einem ganz eigenartigen Gesichtsaudruck. Eine der Tänzerinnen mit den absonderlichen Mimiken hört auf den Namen Shabnam. Und siehe da, Shabnam wird doch tatsächlich zu einem Opfer von Professor Dracula Tabani.

Shabnam, die einstige pakistanische Primaballerina und jetzige Venensaugerin, eifert freilich ihrem großem Vorbild - Lucy Holmwood - nach und kehrt im Anschluss an ihren ablösefreien Transfer ins Schattenreich, aus ihrem kalten Grab an die vermutlich hochsommerlich warme pakistanische Erdoberfläche zurück. Dort triff sie auch gleich auf Baby. Das ist doch ein sehr schöner Name für das kleine Mädchen, dem Shabnam viele tolle Spielsachen verspricht und gar ein Feenkleid in Aussicht stellt! Shabnam ist übrigens ein noch viel, viel schönerer Name als Baby. Und was besonders klasse ist, dieser Name wird (in der gnadenlosesten Phase des Films) von den Protagonisten nahezu im 2 Minuten-Takt ausgesprochen: Schapp-Namm... Schapp-Namm... Schapp-Namm... Schapp-Namm...

Die Erklärung, warum es Shabnam so erging wie es ihr erging, versetzt kurze Zeit später (immer noch in der gnadenlosesten Phase des Films) zwei Zuhörer dermaßen in Erstaunen, dass ihre Blicke starrer und starrer werden. Die einzige Reaktion auf die unglaubliche Wahrheit ist: Sie atmen immer schwerer und immer schwerer und immer schwerer, das klingt ähnlich schwer wie der Atem des Darth Vader. Ihre seltsame starre Mimik qualifiziert das erstaunte Duo eigentlich eher für den Namen - so wurde Gonzo mal in der Muppet Show genannt - Darth MADer.

Jau, da simmer dabei! Bombenfilm (natürlich finde ich den Film geil!) aus Pakistan, dessen Anstrich sich aus allerfeinsten türkischen wie mexikanischen Farbbestandteilen zusammensetzt. Definitiv eine herrliche Sause für die Spaß- und gute Laune Abteilung.
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Richie Pistilli
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Re: DRACULA IN PAKISTAN - Khwaja Sarfraz

Beitrag von Richie Pistilli »

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OFDb

Weitere Filmbesprechungen:

https://www.film-rezensionen.de/2022/03 ... -pakistan/

https://www.filmtipps.at/kritiken/Dracu ... nda_Laash/



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Sid Vicious hat geschrieben:
Do., 24.03.2022 12:27
Jau, da simmer dabei! Bombenfilm (natürlich finde ich den Film geil!) aus Pakistan, dessen Anstrich sich aus allerfeinsten türkischen wie mexikanischen Farbbestandteilen zusammensetzt. Definitiv eine herrliche Sause für die Spaß- und gute Laune Abteilung.

Habe mich von dieser orientalischen Obskurität ebenfalls prächtig unterhalten gefühlt, zumal einem nicht gerade alle Tage die Möglichkeit bietet, einen islamisch kulturell angehauchten Vampir-Gothic-Clash aus Pakistan zu bestaunen. Eng angeschmiegt an die DRACULA-Verfilmung der britischen Hammer-Studios aus dem Jahr 1958 adaptierten die pakistanischen Filmemacher die Geschichte des untoten Blutschlürfers in ihrer unnachahmlichen Art. Angereichert mit kuriosen Tanzeinlagen, orientalischen Gesängen und 'La Cucaracha' werden in Pakistan nicht nur Pfähle durch Dolche ersetzt, sondern Vampire auch mit der Flinte gejagt. Inszenatorisch entpuppt sich die erste Hälfte der exotischen Blutsaugerverfilmung sowohl etwas dialogarm als auch etwas schleppend, wohingegen in der zweiten Hälfte, nachdem die im Film dauererwähnte Shabnam von Professor Dracula angeknabbert wurde, vornehmlich der Bär steppt. Zwar fehlt es den beteiligten Darsteller*innen an Ausdrucksfähigkeit, um in entsprechenden Szenen die benötigte Dramatik an den Tag zu legen, aber dank der vielseitigen sowie hochdramatischen Filmmusik, wird dieses elementare Manko vollumfänglich ausgeglichen.


Fazit: Ein charmanter Unfug, der ein enormes Vergnügen bereitet.


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Trailer:






DRACULA IN PAKISTAN steht übrigens noch bis zum 20.05.2022 in der ARTE-Mediathek zur Verfügung:


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https://www.arte.tv/de/videos/042189-00 ... -pakistan/




Sid Vicious hat geschrieben:
Do., 24.03.2022 12:27
In Pakistan wird nämlich ganz viel getanzt. Warum so viel getanzt wird? Man weiß es nicht! Aber die Mädels tanzen halt immerzu - und das mit einem ganz eigenartigen Gesichtsaudruck.

Nicht nur der eigenartige Gesichtsausdruck, sondern die gesamte Ausdrucksform der zelebrierten Tanzeinlagen mutet hier etwas bizarr an:

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:)

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Sid Vicious
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Re: DRACULA IN PAKISTAN - Khwaja Sarfraz

Beitrag von Sid Vicious »

Der Anfang war in der Tat etwas verhalten, es wurde gaaaanz wenig gesprochen und irgendwie hatte ich auch dito wenig von dem Film erwartet. Als 'La Cucaracha' anklang, wusste ich, da wird noch einiges Tolles folgen.

Der finale Kampf erinnert an den Endkampf in Fishers 58er "Dracula", auch die begleitende Musik klingt sehr ähnlich.
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