SCI-FIGHTER - Art Camacho

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Prisma
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SCI-FIGHTER - Art Camacho

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SCI-FIGHTER


● SCI-FIGHTER / VIRTUAL FIGHTER (US|2004)
mit Don Wilson, Daneya Mayid, Aki Aleong, Cynthia Rothrock, Chris Casamassa, Rebekah Chaney und Lorenzo Lamas
eine Produktion der Gorilla Pictures
ein Film von Art Camacho

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»Gut, dass es nur eine Simulation war!«


Brad Tanaka (Dan Mayid) zockt ein von seinem Großvater (Aki Leong) entwickeltes Virtual-Reality-Spiel, das Kamfszenen simuliert, um die eigenen Fähigkeiten zu schulen. Durch einen Fehler bringt er sich in Lebensgefahr, da er ab sofort in der virtuellen Welt gefangen ist und nicht mehr eigenständig zurück kann. Sein Vater, der Kickbox-Profi Jack (Don Wilson), begibt sich ebenfalls in diese von aggressiven Kampfmaschinen durchzogene Welt, um seinen Sohn zu finden und zu retten, doch zuvor muss er alle Gegner des Spiels besiegen, bevor die beiden wieder in die Realität zurückkehren können...

"Sci-Fighter" bietet auf den ersten Blick eine interessant wirkende Geschichte an, auch wenn man hier und da das Gefühl nicht abschütteln kann, ein paar dieser Inhalte schon anderswo und haufenweise gesehen zu haben. Doch auch im Film scheint es zu sein wie in der Mode, da sich alles irgendwann wiederholen wird. Regisseur Art Camacho rollt seine Geschichte zunächst recht interessant auf und schildert einen typischen Generationenkonflikt im gehobenen Milieu. Der arme Vater muss Geld in einem Job (vor dem andere Söhne bestimmt etliche Kniefälle machen würden) heranschaffen, damit man sich die feudale Bude auch weiterhin leisten kann. Der Sohn, dessen Referenzen sich ausschließlich auf Kampfsport zu beschränken scheinen, feiert seinen Geburtstag mit Freunden in Abwesenheit des Hausherrn, und vergnügt sich im Whirlpool mit seiner schönen Perle. Dann kommt der Alte nach Hause und beendet das ausgelassene Lotterleben abrupt. Der 17- oder 18jährige bekommt Hausarrest, nimmt es sogar hin (!). Opa bringt seine neuste Cyber-Entwicklung vorbei, damit der Arrest nicht ganz so schlimm ist, und dann kippt die komplette Angelegenheit und präsentiert ihre gähnende Langeweile in endlosen Wiederholungen der Kampfszenen im virtuellen Raum. Anfangs konnte war Lorenzo Lamas noch in einem Simulator sehen, in dem eine virtuelle Geisel befreien sollte, doch scheiterte kurz vor Überleben. Daran erinnert man sich nach einer halben Stunde nur nicht mehr, da seine Figur hier nichts zu melden hat. Was man dann geboten bekommt, sind billig wirkende Effekte und teils miserabel arrangierte Kampfszenen, die wie gesagt den weiteren Verlauf unnachgiebig beherrschen und zu Grunde richten werden.

Da Jack alle Gegner des Spiels - bei dem der Strom unterbrochen wurde und es deswegen außer Kontrolle geriet - besiegen muss, stirbt die Hoffnung sofort, dass es zu irgendwelchen Offenbarungen kommen könnte. Die graphische Gestaltung wirkt rückwärtsgewandt, die Dialoge idiotisch, das Setting stets look-a-like und die Charaktere nulldimensional. Ab sofort wird man nur noch Don Wilson und die schauspielerische Eintagsfliege Daneya Mayid zu sehen bekommen, sodass man sich unter Garantie zu Tode langweilen wird, zumal sich auch im darstellerischen Bereich ein schwarzes Loch auftut. Die sporadisch auftauchenden anderen Charaktere haben bestenfalls Nebenrollen, und daher nicht viel zur Moral von der Geschicht' beizutragen. Selbst Lorenzo Lamas hat nichts zur nicht vorhandenen Action und Spannung und beizutragen. Filme wie dieser können normalerweise richtig Spaß machen, vorausgesetzt sie liefern das Minimum des Geforderten. Die hier schlecht simulierten Fließbänder der Virtual-Fights machen aber alles andere als das, da sie wie erwähnt schwach in der Ausführung sind, außerdem die naturgemäß vorhandene Hochspannung des hier verwendeten Vakuums nicht genutzt wird, was sehr schade ist, denn vom Prinzip her klingt das alles im Vorfeld wirklich nett. Am Ende leidet die Regie unter einem absolut rätselhaften Selbstverständnis, das bei diesem Ergebnis einfach nicht zu begreifen ist. Wer sich in diesem Bereich also besser unterhalten fühlen möchte, sollte vielleicht zu einschlägigen Beiträgen greifen, denen ein durchschnittlicher oder sogar unterdurchschnittlicher Ruf vorauseilt. Damit ist man zweifellos besser bedient, denn "Sci-Fighter" gehört sicherlich zu keiner dieser Gruppen und bleibt unterm Strich vollkommen enttäuschend.

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