HÖLLENJAGD AUF HEIẞE WARE - Giorgio Ferroni

Agenten rippen einsam off - Bond-Kopien aus europäischem Klon-Technik-Anbau
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Prisma
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HÖLLENJAGD AUF HEIẞE WARE - Giorgio Ferroni

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HÖLLENJAGD AUF HEIẞE WARE


● NEW YORK CHIAMA SUPERDRAGO / NEW YORK APPELLE SUPERDRAGON / HÖLLENJAGD AUF HEIẞE WARE (I|F|D|1966)
mit Ray Danton, Margaret Lee, Jess Hahn, Carlo D'Angelo, Adriana Ambesi, Solvi Stubing, Marco Guglielmi und Marisa Mell
eine Produktion der Fono Roma | Ramo Film | Films Borderie | Gloria Film | im Constantin Filmverleih
ein Film von Giorgio Ferroni

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»Frauen schlagen, das kannst du...«


Bryan Cooper (Ray Danton) ist der beste Mann des amerikanischen Geheimdienstes, und noch berüchtigter ist er unter dem Namen "Superdrago". Er wird mit der schwierigen Aufgabe betraut, die rücksichtslosen Machenschaften eines international arbeitenden Drogen-Kartells zu zerschlagen. Dieses Kartell will die Weltmärkte mit einer synthetischen Droge namens "Synchro" überschwemmen, um ihn unter die alleinige Kontrolle zu bekommen. "Superdrago" entlarvt die Mittelsmänner - die Spur führt nach Amsterdam, wo er zusammen mit seinen Kollegen, der Agentin Gaby (Margaret Lee) und Baby Face (Jess Hahn) ermittelt, und sich schließlich in große Gefahren begibt. Schon bald kreuzt sich sein Weg mit der Agentin Charity (Marisa Mell), die ihm vor Ort bei den Ermittlungen zur Verfügung steht. Die Organisation fühlt sich von ihren Kontrahenten immer mehr bedroht, schickt daher schließlich zahlreiche Killer los, um den Agenten möglichst qualvoll zu liquidieren. Doch dieser hat noch ganz andere Methoden auf Lager...

Auf Giorgio Ferronis "Höllenjagd auf heiße Ware" darf selbst der geneigte Fan des Agentenfilms mit gemischten Gefühlen blicken, denn es handelt sich keineswegs um eine Sternstunde des Genres. Als Bond-Verschnitt der C-Kategorie liefert der Film zwar viele Eindrücke, die man aus derartigen Beiträgen kennt und sicherlich auch schätzt, doch hier lässt sich im Endeffekt meistens nur Mittelmaß bis unterer Durchschnitt ausfindig machen. Das handwerkliche Geschick der Regie ist eigentlich annehmbar, doch die gesamte Architektur ist überaus langatmig ausgefallen; muss daher ohne nennenswerte Höhepunkte über die Runden kommen. Am meisten fällt jedoch auf, dass man hier ohne jeglichen eigenen Charme auszukommen hat, was viele Genre-Konkurrenten immer noch aufpolieren konnte. Die Geschichte besteht beinahe ausschließlich aus fadenscheinigen Ansätzen und unspektakulären Liebschaften des blass wirkenden Titelhelden. Vele Passagen wirken unheimlich stark gestreckt, dass unterm Strich wenig Positives zurückbleibt. Der Plot ist mit seinen zahlreichen Spielereien nur dürftig in der Präsentation, die Charaktere wirken beinahe ausnahmslos uninteressant und sind vollkommen eindimensional gezeichnet, sodass gähnende Langeweile in diesem Beitrag leider zum unausweichlichen Leitfaden werden muss. Die Titelfigur wird von dem amerikanischen Schauspieler Ray Danton dargestellt, der alleine von seiner Optik schon einmal gut in eine derartige Rolle zu passen scheint. Es stellt sich jedoch in Windeseile heraus, dass dieser ausgekochte Herr ein großes Problem mit sich herumzutragen hat, denn er wirkt nicht sehr interessant und über weite Strecken sogar wenig motiviert. Es reicht einfach nicht aus, die apartesten Damen hintereinander für sich zu gewinnen, wenn dabei der eigentliche Fall komplett auf der Strecke bleibt.

Eher sieht es so aus, als erledige sich diese komplette Angelegenheit von selbst, und in allergrößter Lebensgefahr kann sich Cooper bestenfalls selbst retten, ist aber in den entscheidenden Momenten auf fremde Hilfe angewiesen. Zwar wird versucht, ihn recht originell dastehen zu lassen, so absolviert er beispielsweise immer wieder einige Übungen, um sich in bestmöglicher Verfassung zu halten, oder im Umgang mit diversen Damen wird auf sein durchaus vorhandenes Geschick und Fingerspitzengefühl hingewiesen, auch zeigt er sich besonders in brenzligen Situationen merklich cool, aber insgesamt fehlt es dennoch an Konturen. Danton ist in dieser Hinsicht allerdings kein Einzelfall. Er kann sich im Dunstkreis der schwachen Nebendarsteller somit in den Vordergrund rücken. Margaret Lee, hier optisch gesehen beinahe eine Art Marilyn-Monroe-Kopie, bleibt auffällig nichtssagend und blass. Sie wirkt weder besonders sympathisch, noch aufregend genug, um die Aufmerksamkeit in gewohntem Maße auf sich lenken zu können. Im Endeffekt ist es sehr schade wenn eine Margaret Lee ihre Funktion nicht so richtig finden kann. Genau wie übrigens ein paar Jahre später in "Das Gesicht im Dunkeln" wird sie hier sehr angenehm von Ilse Pagé synchronisiert. Leider gilt es auch für Marisa Mell, dass einfach das gewisse Etwas fehlt. Im Kampf der weiblichen Haupt- oder Nebenrollen stellt sich unterm Strich die Frage, wer die Nase eigentlich vorne hat. Marisa Mell taucht etwa nach zwanzig Minuten im mühsam konstruierten Geschehen auf, und sie erscheint hier in jeder Beziehung sehr sparsam zu agieren. So hat ihre Charity außer der auffallend attraktiven Erscheinung nicht viel mehr einzubringen, als sich als eine Art willkommener Bonus zu präsentieren- sowohl für den Zuschauer, als auch den Protagonisten der Story.

Leider bleibt ein oberflächlicher Charakter ohne viel Charme oder Raffinesse und dieser Auftritt ist somit weitgehend verschenkt worden. Gerade sie als Agentin - die ja einen doppelten Boden transportieren soll - hätte wesentlich undurchsichtiger und unberechenbarer wirken müssen, doch leider unterstützt Marisa Mell genau wie die Regie und das Drehbuch auch diese ärgerliche Vorhersehbarkeit. Sehr bedauerlich, denn immerhin hatte man mit ihr und Margaret Lee eigentlich die optimalsten Voraussetzungen mit an Bord. Der Plot schwächelt und die Besetzung reiht sich ebenfalls in dieses Konzept ein. Was gibt es also Positives über "Höllenjagd auf heiße Ware" zu sagen? Gedreht wurde in Amsterdam und daher sind einige schöne Außenaufnahmen und Schauplätze zu sehen. Auffällig wirkt außerdem die fast bizarre Farbgestaltung, die häufig in grellen Pinkfarben und Lilatönen irritiert, was wenigstens im visuellen Bereich für Farbtupfer sorgen kann. Die Ausstattung wirkt hin und wieder recht aufwendig, auch die vielen Spielereien à la "James Bond", die "Superdrago" zur plötzlichen Verteidigung nötig hat, überzeugen gerade noch so in dieser sonst arg einfallslosen Geschichte. Die neue Droge, die in Kaugummis an Jugendliche verteilt wird, und Exzesse, Aggressivität und Hysterie auslösen kann, wirkt weder bedrohlich noch außergewöhnlich, denn so neu wirken diese Zustände sicherlich nicht. Die Tricks unterbieten beispielsweise einen Fahrzeug-Crash im oben genannten Wallace-Film um Längen, die Musik ist uninteressant und schnell wieder vergessen, außerdem gibt es beim Thema Humor, bei dem glücklicherweise etwas Diskretion geboten wird, kaum Offenbarungen. "Höllenjagd auf heiße Ware" muss schlussendlich ohne die wichtige Dynamik auskommen, die derartige Beiträge nötig haben, außerdem setzt ihm die durchschnittliche Konkurrenz ähnlich gearteter Filme schwer zu. Für Fans und Komplettisten.

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Richie Pistilli
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Re: HÖLLENJAGD AUF HEIẞE WARE - Giorgio Ferroni

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Prisma
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Re: HÖLLENJAGD AUF HEIẞE WARE - Giorgio Ferroni

Beitrag von Prisma »



Den müsste ich mir nochmal anschauen, denn ich habe ihn trotz der ansprechenden Besetzung und der extravaganten Bebilderung und Farbgebung als ziemlich schwach in Erinnerung behalten. Ich kann mir zwar kaum vorstellen, dass er signifikant in meiner Gunst steigen wird, denn dafür gibt im Eurospy-Bereich wesentlich bessere und spannendere Filme, aber Marisa Mell und Margaret Lee müsste ich dann doch nochmal genauer unter die Lupe nehmen. :mrgreen:

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