AKTION TODESMOLE 83 - Sergio Bergonzelli

Agenten rippen einsam off - Bond-Kopien aus europäischem Klon-Technik-Anbau
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Richie Pistilli
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AKTION TODESMOLE 83 - Sergio Bergonzelli

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Aktion Todesmole 83 (D)
MMM 83 - Missione Morte Molo 83 (IT)
Objectif Hambourg mission 083 (F)
MMM 83 Era o Covil dos Assassinos (BRA)
M.M.M. 83


IT / F 1966

R: Sergio Bergonzelli
D: Fred Beir, Gérard Blain, Alberto Dalbés, Pier Angeli, Gianni Solaro, Mario Lanfranchi, Liana Orfei, Silvia Solar, André Lorugues, Mario Magnolia u.a.



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Deutsche Erstaufführung: 25.11.1966

Synchronkartei

Score: Piero Piccioni

OFDb



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"Le Monde - die Morgenausgabe: Das Neuste über den Mordfall Lehrmann - Geheimdokumente über neuen Treibstoff gestohlen. Fierberhafte Aktion der Geheimdienste"

Nachdem den führenden Köpfen von Scotland Yard bewusst wird, dass den Verantwortlichen an dem hinterhältigen Raubmord nur ein unbrauchbarer Teil der heißbegehrten Formel vorliegt, beschließt die Geheimdienstzentrale an der Themse dem ehemaligen Mitarbeiter des ermordeten Professors, Robert Gibson (Gérard Blain), Personenschutz zu gewähren - und zwar durch keinen Geringeren als den erfolgsverwöhnten Top-Agenten Jack Morris (Fred Beir). Was folgt ist eine Schnitzeljagd nach den restlichen Unterlagen, die Robert und Jack quer über den europäischen Kontinent führt.


Nach seinem Regiedebüt WAFFEN FÜR SAN SALVADOR (1960) und den zwei eher unspektakulären Italo-Western DAS LETZTE GEWEHR (1964) und KOPFGELDGELD FÜR RINGO (1965) beglückte Sergio Bergonzelli 1966 die italienische Filmwelt mit seinem einzigen Beitrag für das bereits ausgeuferte EUROSPY-Genre, wobei ihm AKTION TODESMOLE 83 meines Erachtens auch voll und ganz glückte. Zwar brennt Bergonzelli im vorliegenden Film weder ein außer Kontrolle geratenes Feuerwerk des gepflegten Irrsinns ab, wie man es von seinen späteren Werken gewohnt ist, noch regieren hypnotische Kamerabilder das Geschehen, aber einen ansehnlichen Genreverteter, bei dem sowohl die sorgfältig arrangierten Bildkompositionen als auch die ausgewählten Kulissen beeindrucken, ist dem Filmemacher dennoch eine eindrucksvolle Agentensause gelungen. AKTION TODESMOLE 83 entpuppt sich als ein kurzweiliger Agenten-Trip, der sich obendrein über mehrere anschauliche europäische Metropolen wie beispielsweise London, Paris, Taormina, Bern und Hamburg-Altona erstreckt. Als Zugpferde wurden für die beiden Hauptrollen der US-amerikanische Serienheld Fred Beir sowie der französische Schauspieler Gérard Blain verpflichtet, wobei Letzterem mit der hübschen Italienerin Pier Angeli eine Partnerin zur Seite gestellt wurde, die sich als "Hélène Blanchard aus Lausanne, 23, grüne Augen, reich und elegant" ihren beiden Schauspielkollegen locker das Wasser reicht. Obwohl die französisch-italienische Koproduktion mit wenig Extravaganzen aufwartet, ließ es sich Sergio Bergonzelli nicht nehmen, zumindest bei einigen der Nebenrollen -wenn auch für seine Verhältnisse sehr dezent- so etwas wie Irrwitz walten zu lassen. Neben einer ansehnlichen Verfolgungsjagd gibt es auch noch einen abgerichteten Falken zu bestaunen, der in bester Hitchcock-Vögel-Manie(r) unliebsamen Nachtigallen gnadenlos die Augäpfel auskratzt. Abgerundet wird AKTION TODESMOLE 83 mit einer hörenswerten Filmmusik aus dem Hause Piccioni sowie in der deutschen Fassung mit einer stimmigen Synchro, für die sich die Aura Film Synchron GmbH aus Berlin verantwortlich zeigte.


Fazit: Ein ansehnlicher 007-Klon, der trotz einiger verwirrenden Momente für den Genreliebhaber ein empfehlenswerter Beitrag darstellt.


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