SICARIO 77 - TOT ODER LEBENDIG - Mino Guerrini

Agenten rippen einsam off - Bond-Kopien aus europäischem Klon-Technik-Anbau
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Richie Pistilli
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SICARIO 77 - TOT ODER LEBENDIG - Mino Guerrini

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Sicario 77 - tot oder lebendig (D)
Das Geheimnis der tödlichen Strahlen (D)
Sicario 77, vivo o morto (IT)
Bazooka pour un espion (F)
Agente End (ES)
Killer 77, Alive or Dead


IT / ES 1966

R: Mino Guerrini
D: Rod Dana, Alicia Brandet, John Stacy, José Bódalo, María Badmajew, Mónica Randall, Demofilo Fidani, Sonja Romanoff, Lino Ranieri, Piero Morgia u.a.



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Deutsche Kinopremiere: 02.06.1967

Score: Giorgio Zinzi (?)

Synchronkartei

OFDb



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"Es gibt keine Absolution ohne mich!"



Nachdem der zwielichtige Wissenschaftler George King (José Bódalo) die Mächtigen dieser Welt damit erpresst, ihre Atomwaffen unbrauchbar zu machen, rekrutiert das CIA den britischen Geimagenten Lester (Robert Mark), damit dieser dem kriminellen Schurken rechtzeitig das Handwerk legt. Dass George King keine heiße Luft streut, bewies er bereits im Rahmen einer Sabotageaktion, die bereits aus Demonstrationszwecken bei einem amerikanischen Raketenstart vor den Augen der Welt erfolgreich durchgeführt wurde. Das Ergebnis war die Explosion der Trägerrakete 'Mercury Five', die wenige Tage zuvor von Cap Caneveral aus ins All starten sollte. Also begibt sich Lester auf dem schnellsten Weg nach Barcelona, wo ihn nicht nur bereits George King erwartet, sondern auch noch viele weitere unvorhersehbare Überraschungen, von den sich Lester wünschen würde, die jeweilgen Schenkungen ausschlagen zu können.



"Das ist ein radioaktives Geschoss. Es enthält eine Spezialkapsel mit Monokular-Energie und wer immer von diesem Projekt getroffen wird, der strahlt VKF-Wellen aus. Und das bedeutet, dass wir der Spur des Betreffenden von London aus überall hin folgen können, selbst wenn er sich auf dem Grund des Meeres befindet."



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Mino Guerrinis SICARIO 77 - TOD ODER LEBENDIG / DAS GEHEIMNIS DER TÖDLICHEN STRAHLEN offenbart sich zwar auch als ein italienischer Clon eines Agentenfilms, die im Fahrwasser des Erfolgs der britischen James Bond-Filme von den Italienern in den 60er Jahren zuhauf produziert wurden. Im Gegensatz zu den meisten Vertretern des Eurospy-Genres glänzt vordergründiger Humor mit Abwesenheit, denn SICARIO 77 entpuppt sich als ein bitterernster Agentenfilm, der sich augenscheinlich von ICPRESS - STRENG GEHEIM inspirieren ließ. Als Bösewicht agiert José Bódalo in der Rolle des leicht größenwahnsinnigen Schurken George King, der nicht nur auf die unbändige Kraft der Laserstrahlen schwört, sondern damit auch noch die Regierungen der Welt erpresst. Sein Hauptquartier befindet sich in einer alten Kathedrale, deren inneres als auch äußeres Erscheinungsbild eine beeindruckende Atmosphäre verbreitet. Ihm gegenüber steht der britische Geheimagent Lester, der von dem US-amerikanischen Schauspieler Robert Mark verkörpert wird, dessen Geburtsname eigentlich Rodd Dana lautet. Im Großen und Ganzen macht Dana seine Sache gut, obwohl sein Charakter Leister anstatt eines guten Stöffchen viel lieber den fuseligen 'Johnnie Walker' bevorzugt. Ansonsten besucht er gerne frisierte Boxkämpfe oder vergnügt sich mit dem weiblichen Geschlecht, wobei ihm die sogenannte Mystikerin der Gegenspionage Margaret 'Minnie' Duke (in Fachkreisen auch als 'der Priester' bekannt), die übrigens von der gebürtigen Texanerin Alicia Brandet gespielt wird, die Sache etwas erschwert. Und obwohl er sich gegen die Handlanger von George King in den meisten Fällen behaupten kann, ist es gerade ein unscheinbarer Fischhändler, der ihm vorübergehend den Garaus macht. Erwähnenswert wäre auch die fulminante Eröffnungsszene, in der ein schießwütiger Nachkömmling der Kinski- und Rossi-Dynastie (Enrico Manera) gleich ordentlich auf den Putz haut. Apropos Luciano Rossi: Dieser taucht ebenfalls in einer kleinen Nebenrolle als ein vom Syndikat V3 auf Honorarbasis eingestellter Arzt in Erscheinung, der dem Geheimagent dann ebenfalls den Garaus machen soll. In einer weiteren Nebenrolle schaut dann auch noch das beispiellose Regieass Demofilo Fidani als Kings Rechtsanwalt auf einen Kurzbesuch vorbei.

Ansonsten wurde der Film, der aufgrund seiner Ernsthaftigkeit sehr an das französische Kino jener Tage erinnert, sorgfältig inszeniert sowie in der deutschen Fassung mit einer ausgezeichneten Synchro versehen. Ebenfalls vortrefflich entpuppt sich die Filmmusik, wobei mir unklar scheint, von wem diese letztlich stammt. In der IMDB sind die beiden mir unbekannten Komponisten Federico Martínez Tudó und Mario Sensi angegeben, wohingegen der Titelvorspann einen mir gleichfalls unbekannten Giorgio Zinzi als Urheber benennt. Neben loungigen Easy Beat-Klängen ist es gerade die Titelmusik, die mit ihrer westernstyleartigen Beatmusik sofort im Ohr hängen bleibt. Schade, dass es die Filmmusik augenscheinlich nicht zu kaufen gibt. Dagegen scheint der Film seit einigen Tagen erstmals in unseren Breitengraden auf DVD käuflich erwerbbar zu sein, wobei ich aber angesichts des zuständigen Labels irgendwie nichts Gutes erahne.


Fazit: Ein sowohl ernsthafter als auch ansehnlicher Eurospy-Vertreter.



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Zwei kurze Filmausschnitte:



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