DER BLONDE SKORPION - Tony Saytor

Türkploitation, isländische Kannibalenfilme und alles andere aus Europa
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Richie Pistilli
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DER BLONDE SKORPION - Tony Saytor

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Der blonde Skorpion (D)
Rapina all'alba (IT)
Ça n'arrive qu'aux vivants (F)
It Only Happens to the Living


F 1959

R: Tony Saytor
D: Raymond Pellegrin, Magali Noël, Emile Prud'homme, Marc Valbel, André Valmy, Daniel Cauchy, Pierre Larquey, Gilbert Gil, Paul Demange, Henri Cogan, Julien Maffre u.a.



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Deutsche Erstaufführung: 09.01.1959

Synchronkartei

Score: Henri Bourtayre & Emile Prud'homme

OFDb



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"Der blonde Skorpion ist soeben gestartet, also behalte die Nerven!"


Ein zufälliges Zusammentreffen zwischen dem von finanziellen Sorgen geplagten Autowerkstattbesitzer Henri Brunier (Raymond Pellegrin) und der von einer Autopanne leidgeplagten Gloria Selby (Magali Noël) scheint sich für den Jungunternehmer zunächst als ein wahrer Glücksfall herauszustellen, denn nachdem Henri das Cabriolet der unbekannten Dame wieder zum Laufen gebracht hat, unterbreitet diese ihm ein unschlagbares Geschäftsangebot, mit dem er seine Schulden im Handumdrehen los wäre: Henri soll zunächst einen Teil seiner Garage an den Fabrikanten Charles Laurent (Marc Valbel) vermieten, damit dieser die Ladenfläche für den Vertrieb seiner neu entwickelten TV-Geräte nutzen kann, bevor er später selbst als Handelsvertreter in das vielversprechende Geschäft einsteigen soll. Nach einer kurzen Bedenkzeit stimmt Henri schließlich dem Angebot zu, was sich aber im weiteren Verlauf als ein fataler Fehler herausstellt, denn bei Charles Laurent handelt es sich in keinster Weise um einen aufstrebenden Fernsehgerätehändler, sondern um einen ausgekochten Ganoven, der es mit seiner Bande auf einen Geldtransport abgesehen hat, der ausgerechnet von einem Transportunternehmen durchgeführt wird, dessen Standort direkt gegenüber der Werkstatt des genappten Jungunternehmers verortet ist. Als Henri den Braten endlich riecht ist es für ihn jedoch schon zu spät: Infolge einer unbedachten Handlung hatte sich Henri erpressbar gemacht, was Laurent ab diesem Zeitpunkt wiederum gnadenlos gegen ihn ausnutzt. Mit der Angst im Nacken, dass die Gangster ihre Todesdrohung gegen seine Ehefrau Anne (Gisèle Pascale) in die Tat umsetzen, gibt dieser klein bei und lässt sich von diesen notgedrungen als Unterstützer in den geplanten Überfall einbinden.


"Denk bloß nicht, dass Du schon aus allem raus bist, noch haben wir Dich an der Kadare. Du hast es nämlich nicht mit Anfängern zu tun. Vielleicht sagst Du das auch Deiner Frau. Also halt die Schnauze, sonst seid ihr beide dran - wir schießen nicht mit Mottenkugeln, klar!"





Ein kleiner, preisgünstig produzierter, aber zugleich auch feiner Film Noir aus Frankreich, der trotz seiner unspektakulären Machart sowie eines unausgegorenen Drehbuchs letztlich beeindrucken konnte. Dabei liegt dem BLONDEN SKORPION weniger ein klassischer Whodunit-Plot zugrunde, denn sowohl die Person als auch die Absicht des kriminellen Drahtziehers wird recht schnell bekannt gegeben. Die Spannung des Films speist sich vielmehr aus der Fragestellung, ob es Raymond Pellegrin gelingen wird, seinen Kopf wieder aus der verhängnisvollen Schlinge zu bekommen, die seinen Hals immer enger umschnürt. Zwar hätte sowohl inszenatorisch als auch von der Drehbuchseite her noch etwas Luft nach oben bestanden, aber dennoch konnte mich dieser hübsch abfotografierte sowie mit überzeugenden Schauspieler*innen ausgestattete Kriminalfilm auf seine Art und Weise faszinieren. Die deutsche DVD von Big Ben Movies enthält eine Abtastung der deutschen Kinofassung, die von ihrer Laufzeit im Vergleich zur französischen Originalfassung 20 Minuten kürzer ausfiel. Hinzu gesellt sich eine deftige Synchro der Remagener IFU, die das eigentliche Dialogdrehbuch zwar etwas verzerrt wiederzugeben scheint, aber als deutsche Synchro der alten Zeit dennoch einwandfreie Unterhaltung bietet. Alles in Allem sollte DER BLONDE SKORPION für Liebhaber alter Kriminalfilme schon einen Blick wert sein.


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Französischer Trailer:


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