ICH HEIßE JOHN HARRIS - Franco Prosperi

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Richie Pistilli
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ICH HEIßE JOHN HARRIS - Franco Prosperi

Beitrag von Richie Pistilli »

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Ich heiße John Harris (D)
Tecnica di un omicidio (IT)
Technique d'un meurtre (F)
Hired Killer (USA)
Professional Killer (Int.)
No Tears for a Killer (Int.)


IT / F 1966

R: Franco Prosperi
D: Robert Webber, Franco Nero, Jeanne Valérie, Theodora Bergery, Cec Linder, José Luis de Vilallonga u.a.



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Deutsche Erstaufführung: 30.09.1966

Synchronkartei

Score: Robby Poitevin

Italo-Cinema.de

OFDb




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"Ich heisse Harris, John Harris.
Ich bin 40 Jahre alt und von Beruf Mörder.
Ja Sie haben richtig gehört, Mörder!

Das Morden habe ich im Krieg gelernt, als ich mich gegen die Japaner zur Wehr setzen musste.
Ich kann mit Recht behaupten, dass ich der am höchsten dekorierte Mörder in den vereinigten Staaten bin. Aber stolz bin ich nicht darauf.

Mit meiner Winchester, einer Spezialanfertigung, treffe ich ein in die Luft geschmissenes Dollarstück aus 200m Entfernung. Für ein ähnliches Kunststück zahlte mir gestern das Verbrechersyndikat 25.000 $. Allerdings handelte es sich bei meinem Zielobjekt um kein Dollarstück, sondern um ein Miststück, dass bei der Polizei singen wollte, um seine eigene Haut zu retten. Jetzt liegt der Kerl in einem feinen Sarg und kann noch nicht einmal mehr "Piep" sagen.

Ich habe jetzt 300.000$ auf der Kante und es ist höchste Zeit aufzuhören
."


John Harris (Robert Webber) hat von seinem blutigen Geschäft als Auftragskiller die Nase gestrichen voll und ist fest dazu entschlossen, seinen Job nach dem nächsten Auftrag endgültig an den Nagel zu hängen. Doch nach Erfüllung seines letzten Auftrags unterbreitet ihm das Verbrechersyndikat erneut ein lukratives Angebot: Frank Secchy (José Luis de Vilallonga), ein Mann aus den eigenen Reihen, hat bei der Polizei nicht nur gesungen, sondern sich auch noch als Spion der gegnerischen Seite entpuppt. Für das Liquidieren des kriminellen Judas wird Harris die großzügige Summe von 200.000$ geboten, doch John Harris lehnt dankend ab und bereitet sich erleichtert auf seinen selbstauferlegten Ruhestand vor. Aber schon am nächsten Tag holt in seine kriminelle Vergangenheit wieder unverzüglich ein, da sein Bruder vor seinen Augen auf offener Straße im Patronenregen eines Maschinengewehrangriffs sein Leben lassen muss. Der Befehl zu diesem grausamen Mord kam von Frank Secchy höchstpersönlich, da dieser bereits im Vorfeld von dem unterbreiteten Angebot Wind bekommen hatte. Secchy, der sich zur Zeit in Paris aufhält, hat zudem sein Gesicht umoperieren lassen, wodurch sein momentanes Aussehen jeglichen Beteiligten unbekannt ist. Von Rachegelüsten gequält nimmt John Harris das Angebot letztendlich doch an und bekommt zur Unterstützung auch noch den recht jungen Liquidator Tony Lo Bello (Franco Nero) zur Seite gestellt. Gemeinsam reisen die beiden Auftragskiller nach Paris, um dort ihren Mittelsmann Mike Durant zu treffen. Doch leider ist Secchy den beiden Todesengeln wieder zuvor gekommen und hat Durant bereits in Richtung Himmel schicken lassen. Durch ein auf dem Schreibtisch des Ermordeten vorgefundenes Foto ergibt sich dann der nächste Hinweis: Das Amateur-Foto-Modell Mary Martell (Jeanne Valérie) könnte mehr über die Hintergründe des als Selbstmord getarnten Mordes wissen. Und vielleicht kennt sie auch den momentanen Unterschlupf Secchys in der französischen Hauptstadt. Eine spannende und brandgefährliche Jagd nach dem unbekannten Secchy beginnt...






Ein sehr vorzüglicher Killer-Thriller aus dem Jahr 1966 mit einem sehr jungen Franco Nero in einer der tragenden Nebenrollen. Die gesamte Inszenierung ist düster und sehr dicht gehalten und es herrscht durchgehend eine recht ernste Atmosphäre vor. Die dramaturgische Gestaltung weißt zwar ein paar verzeihliche Längen auf, aber grundsätzlich ist das Ganze recht spannend umgesetzt. Hinzu kommt eine ernsthafte Synchro, die richtig gut gemacht wurde. Robert Webber lässt sich in seiner Rolle als Auftragskiller zu keinem Zeitpunkt hinters Licht führen und enttarnt jegliche Täuschungsversuche aufgrund seines messerscharfen Verstandes. Franco Nero kann in seiner Liquidatoren-Rolle auch gefallen und macht seine Sache recht gut. Der Filmmusik stammt von Robby Poitevin und weiß ebenfalls zu gefallen. Besonders die rockige Nummer im Beatschuppen bei Minute 34:00 ist mir direkt im Ohr hängen geblieben.


Leider weist die deutsche VHS Fassung mit einer Laufzeit von ca. 87 Minuten im Vergleich zu der Originalfassung mit einer Laufzeit von ca 100 Minuten (Kino) erhebliche Kürzungen auf. Ein sehenswerter Thriller, der sowohl mit einer düsteren als auch bedrohlichen Atmosphäre aufwartet.

Filmdienst hat geschrieben:Ein Berufskiller, der zunächst sein grausames Geschäft aufgeben will, mordet, da ein "großer Unbekannter" seinen Bruder erschoss, bedingungslos weiter. Harter, völlig unglaubwürdiger Kriminalfilm mit eindeutiger Tendenz, den Mord zu legitimieren.


(Beitrag aus dem alten Forum: 17.02.2015)


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Edit: Nachdem seit der letzten Sichtung einige Jahre ins Land gezogen sind, flimmerte vor Kurzem die tadellose BD von Cineploit über den Schirm, die den Film in astreiner Bildqualität präsentiert. Neben zwei längeren Gewaltszenen enthält die Fassung der BD auch noch eine zusätzliche Dialogszene, die bei der VHS-Fassung unter den Tisch fielen. Im Großen und Ganzen ein sehr guter Film, der nach all den Jahren sogar noch dazu gewinnen konnte. Top!

Review: https://www.nischenkino.de/ich-heisse-j ... ed-killer/

BD-Screenshots von Cineploit:

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